Vorsicht vor Riesenbärenklau!

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) warnt vor dem Berühren des Riesenbärenklaus. Vor allem die Samen dieser bis zu 3.5 Meter hohen Pflanze enthalten die phototoxische Substanz Furocumarin, die bei Berührung zusammen mit UV-Strahlung auf der Haut Verbrennungen mit Blasenbildung verursachen. Die Symptome seien vergleichbar mit einem schweren Sonnenbrand, teilte das BAG am Montag mit. Allerdings treten die Rötungen der Haut erst 24 bis 96 Stunden nach der Exposition auf. Erkennbar sei eine derartige Verbrennung am unregelmässigen Muster auf der Haut. Die Heilung ist langwierig und oft bleiben Narben und Pigmentveränderungen zurück. Kinder sind dabei besonders gefährdet. Auch die Dämpfe des Pflanzensaftes können die Gesundheit erheblich beeinträchtigen.

Der Riesenbärenklau oder auch Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) gehört zur Familie der Doldengewächse. Er wurde Mitte des vergangenen Jahrhunderts aus der Kaukasusregion bei uns eingeführt. Vor allem Imker schätzten die zwischen Anfang Juni und Ende Juli blühende Pflanze. Die Blätter können bis zu 2 Meter lang werden. Die bis zu 3.5 Meter hohen Stängel sind hohl und gefurcht. Die Pflanze bildet mehrere zehntausend Samen, die bis zu sieben Jahre lang keimfähig bleiben. Verwandt ist der Riesenbärenklau mit Karotten, Dill und Petersilie. Ähnlich sieht der wesentlich kleinere heimische Wiesenbärenklau aus. Auch diese Pflanze enthält Furocumarin, jedoch in kleineren Dosen als beim gefährlichen Verwandten.

Mittlerweile sei der Riesenbärenklau aus den meisten Schulhöfen und Spielplätzen verbannt worden, heisst es in der BAG-Mitteilung weiter. Dennoch kommt die Pflanze noch immer in Privatgärten oder entlang von Wegen und Gewässern vor. Wer Riesenbärenklau im eigenen Garten hat, sollte ihn möglichst schon vor der Blütezeit entfernen. Gummistiefel, langärmelige Kleidung und eine Schutzbrille müssen unbedingt beim Abhacken der Pflanzen getragen werden. Die Fruchtdolden dürfen nicht kompostiert sondern sollten verbrannt werden. Diese Massnahmen sind nicht übertrieben. Das BAG erinnert an einen Vorfall, bei dem sich im vergangenen Jahr eine ganze Schulklasse nach dem Kontakt mit der Pflanze schwere Verbrennungen zugezogen hatte. Der Vorfall passierte an einem Tag mit viel Sonnenschein.

Wer in Kontakt mit der Pflanze gerät, soll die betroffenen Hautstellen sofort mit Wasser und Seife waschen und die betroffenen Körperstellen vor Sonnenlicht schützen, rät das BAG. Im Falle von Verbrennungserscheinungen solle die Haut mit cortisonhaltigen Cremes oder Lotionen behandelt werden.

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Quelle: www.bag.admin.ch

Stand: 7/06, B.H.