Medikament verringert Schädigung durch fetales Alkoholsyndrom

Das Medikament Nicotinamid könnte Schädigungen bei Kindern verringern, deren Mütter während der Schwangerschaft zu viel Alkohol getrunken haben. Dieses Ergebnis wurde in einer Studie der Cornell University publiziert.

Das so genannte fetale Alkoholsyndrom (FAS) wird mit Problemen wie verzögertes Wachstum des Feten und einer Verzögerung der geistigen Entwicklung des Kindes in Zusammenhang gebracht. Bis jetzt gibt es noch keinen erfolgreichen Behandlungsansatz. In der westlichen Welt ist das FAS die am meisten verbreitete Ursache für eine nicht genetisch bedingte geistige Zurückgebliebenheit.

Das könnte sich bald ändern, denn es gibt ein Medikament, mit dem die fatale Wirkung des Alkohols auf Hirnzellen gemildert werden kann. Nicotinamid hat eine bereits länger bekannte schützende Wirkung auf verschiedene Formen von Nervenzellen. In der Studie der Cornell University wurden Mäusen in einem bestimmten Entwicklungsstadium grosse Mengen Alkohol injiziert, was einer einmaligen hohen Alkoholkonsumation der Mutter entspricht. Die Wissenschaftler lösten damit eine Zerstörung von Hirnzellen, aber auch Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten im späteren Leben der Mäuse aus. Wurde im Anschluss an den Alkohol jedoch Nicotinamid verabreicht, blieben dieses schlimmen Wirkungen des Alkohols aus. 

Das Ergebnis lässt hoffen, dass auch beim Menschen eine ähnliche Wirkung erzielt werden kann. Allerdings würden damit nicht alle Auswirkungen des Alkohols auf ungeborene Kinder gehemmt, da dieser nicht nur Nervenzellen schädigt. Insofern bleibt weiterhin die Empfehlung bestehen: Wenn möglich sollten Schwangere neun Monate lang ganz auf Alkohol verzichten.

Quelle: Ieraci, A. et al.: Public Library of Science, Vol. 3, Issue 4, April 2006.


Stand: 04/06, BH