Stillen ist (immer noch) die beste Ernährung für Säuglinge

Dass in Muttermilch Schadstoffe nachgewiesen werden können, sollte keine Mutter vom Stillen abhalten, wie die Leiterin der Nationalen Stillkommission, Prof. Dr. Hildegard Przyrembel erklärte. Der Anteil an Chemikalien sei rückläufig. Nach heutigem Kenntnisstand stellten sie für den Säugling kein Risiko mehr dar.

Das zeigt auch eine Studie, die im Auftrag des deutschen Umweltbundesamtes vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erstellt wurde und die Konzentration so genannter Flammschutzmittel, v.a. polybromierter Diphenylether (PBDE), in der Muttermilch untersuchte. Die beim Stillen aufgenommene geschätzte Menge war für einen vier Monate alten Säugling zehntausendfach geringer als die in Tierexperimenten ermittelte Dosis, bei der keine nachteiligen Wirkungen beobachtet wurde. Ermittelte Werte aus Nordamerika sind laut dem Bundesinstitut etwa zehn bis 30mal so hoch.

Muttermilch ist laut Przyrembel die beste, die praktischste und die preiswerteste Nahrung für das Neugeborene. Gestillte Säuglinge erkrankten im ersten Lebensjahr seltener an Infektionen und neigten im späteren Alter weniger zu Übergewicht. Auch auf das Allergierisiko habe das Stillen einen positiven Einfluss. Neben der Gesundheit des Säuglings fördere Stillen auch die Gesundheit der Mutter, so das BfR. Ebenso wichtig wie die physische Komponente sei die psychische: Stillen steigere das Wohlbefinden von Mutter und Kind. Die Nationale Stillkommission am BfR setzt sich deshalb dafür ein, dass Mütter ihre Kinder möglichst sechs Monate lang ausschliesslich stillen.

Quelle: www.umweltbundesamt.org

Stand: 8/05, B.H.