Zu viele Schadstoffe erreichen das Ungeborene

Die Nabelschnur ist nicht nur die Lebensader des sich entwickelnden Embryos im Mutterleib. Mit dem nährstoffhaltigen Blut erreichen das Ungeborene über die Plazenta auch giftige Stoffe aus dem Umfeld, in dem sich die Mutter gerade bewegt. So können Chemikalien, die in Parfüms und Reinigungsmitteln enthalten sind, das Kind im Mutterleib erreichen.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag von World Wildlife Fund und Greenpeace durchgeführt wurde. Die Blutproben wurden aus der Nabelschnur von 27 Neugeborenen entnommen, ergänzt durch Serumproben von 42 Müttern nach der Niederkunft. Die Proben wurden auf acht Gruppen von Chemikalien getestet: bromierte Flammenschutzmittel, künstliche Duftstoffe, Phthalate, Bisphenol-A, Alkylphenole, chlororganische Verbindungen wie DDT und Perfluorverbindungen (PFCs). Dazu gehörten jene Substanzen, die in Reinigungsprodukten sowie in ein Ankleben verhindernden und wasserfesten Beschichtungen enthalten sind. In allen Proben wurden zumindest einige der 35 getesteten Chemikalien gefunden, im Nabelschnurblut einiger Neugeborener bis zu 14 Substanzen. Bei zwei Müttern verliefen die Tests für 17 Stoffe positiv.

Gesundheitsexperten erklärten hierzu, dass schwangere Frauen durch diese Forschungsergebnisse nicht beunruhigt sein sollten. Es gäbe keine klaren Beweise dafür, dass diese Chemikalien das Ungeborene schädigten.

Die Umweltschutzorganisationen fordern dennoch Gesetze, die diese Substanzen aus Alltagsprodukten verbannen. Derzeit beschäftigt sich die Europäische Union mit der Erarbeitung neuer gesetzlichen Grundlagen zu Chemikalien unter dem Projektnamen „REACH" (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals).

Quellen: www.wwf-uk.org und www.greenpeace.org/international

Stand: 10/05, BH