Forderung an Krankenkassen: Kein Selbstbehalt in der Schwangerschaft!

Gemeinsam mit Parlamentariern mehrerer Parteien fordern der Schweizerische Gynäkologenverband gynécologie suisse und der Schweizerische Hebammenverband SHV eine Änderung des lückenhaften und ungerechten Krankenkassen-Versicherungs-Gesetz KVG bei Schwangerschaft.

Während vor dem neuen KVG sämtliche medizinische Leistungen rund um Geburt und Wochenbett von den Krankenkassen ohne Franchise und Selbstbehalt übernommen wurden, sind es gemäss aktuellem Gesetz nur noch Routineleistungen. Bei jeder Leistung in Risikosituationen, bei Erkrankungen in der Schwangerschaft und Fehlgeburten werden sogleich Franchise und der zehnprozentige Selbstbehalt fällig. Eine schlimme Situation vor allem für die vielen meist jungen Frauen und Familien, die wegen tiefem Einkommen eine hohe Franchise von 2000 Fr. oder mehr gewählt haben. Die Frau wird für eine nicht normal verlaufende Schwangerschaft bestraft und möglicherweise davon abgehalten, sich in angemessene Behandlung zu begeben.

Verschiedene Vorstösse gegen die unhaltbare Situation sind bisher gescheitert. So hat das Eidg. Versicherungsgericht Klagen mehrerer betroffener Frauen und Familien abgewiesen und das KVG somit gestützt. Nur eine Gesetzesänderung kann Abhilfe schaffen. Mit diesem Ziel haben SHV und gynécologie suisse eine Arbeitsgruppe gegründet und die Unterstützung der ParlamentarierInnen Liliane Maury Pasquier, Chantal Galladé (beide SP) und Felix Gutzwiller (FDP) gewonnen. Galladé wird eine Parlamentarische Initiative einreichen.

Quelle: gynécologie suisse

Stand: 11/0, BH