Neues zum Thema Kinderwunsch

Einige interessante Untersuchungsergebnisse wurden beim Jahres-Kongress der European Society for Human Reproduction and Endocrinology (ESHRE) vorgestellt, der vom 19.-22.6. in Kopenhagen stattfand.

Regelmässiger Sex erhöht die Fruchtbarkeit

Die gängige Meinung, dass sich die Qualität des Spermas durch sexuelle Abstinenz verbessert, ist schlichtweg falsch. Denn die lange Wartezeit reduziert die Zahl der fruchtbaren Spermien. Dieses Ergebnis präsentierten die Forscher des Soroka University Hospitals in Israel.
"Manche Männer bleiben wochenlang abstinent und glauben, sie bewirken damit etwas Gutes. Dabei wäre eine regelmässige Praxis - so alle zwei Tage - am besten für die Fruchtbarkeit", erklärte Studienleiter Eliyaho Levitas. Für die Studie analysierten die Forscher insgesamt 1.800 Spermienproben von 900 Männern. Dabei konnten sie feststellen, dass bereits ein Tag ohne Sex die Qualität des Spermas signifikant reduziert. Die Beweglichkeit der Spermien nahm ab und der Akrosomenindex - der bestimmt, ob eine Eizelle erfolgreich befruchtet werden kann - sank ebenso.

Zuviel Soja vermindert die Fruchtbarkeit

Frauen mit Kinderwunsch sollten nicht zu viel Soja essen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des King's College London gekommen.
Das in Soja enthaltene Genistein löst bei einem grossen Spermaanteil eine Reaktion aus, die die Befruchtung der Eizelle ermöglicht. Normalerweise kommt es im Körper erst nach Stunden zu dieser Reaktion. Aus diesem Grund könnte zuviel Genistein in und um die Gebärmutter dazu führen, dass das Sperma zu früh seine grösste Aktivität erreicht und deshalb nicht optimal funktionsfähig ist. Bei Tests mit Mäusen waren grössere Mengen Genistein für das Erzielen der gleichen Reaktion erforderlich. Die leitende Wissenschaftlerin Lynn Fraser erklärte, dass für eine negative Wirkung beim Menschen bereits winzige Mengen ausreichend seien. "Es zeigte sich, dass das menschliche Sperma deutlich empfindlicher reagierte. Die Werte lagen dabei innerhalb der Mengen, die normalerweise im Blut der Menschen nachgewiesen werden können", so Fraser. Derzeit sei nicht bekannt, bei welcher Sojamenge das Eintreten dieses Effektes verhindert werden könne.
Der Verzicht auf Soja an fruchtbaren Tagen könne sich daher positiv auf die Empfängnis auswirken. Genistein ist in allen Sojaprodukten wie Sojamilch und vielen vegetarischen Lebensmitteln sowie in einigen Fertigmahlzeigen und Pizzas enthalten. Frühere Untersuchungen der Wissenschaftlerin hatten bei Mäusen nachgewiesen, dass in hopfenbasierten Produkten (z.B. Bier) enthaltene Bestandteile ähnliche Auswirkungen haben. Bei allen diesen Bestandteilen handelt es sich um schwache Östrogene. 

B.H.