Gen ist für "Schwangerschaftsvergiftung" verantwortlich

Etwa eine von zehn Schwangeren erkrankt in der westlichen Welt an Präeklampsie (auch Schwangerschafts-Toxikose oder EPH-Gestose genannt), dabei endet in einem von 50 Fällen die Schwangerschaft vorzeitig. Bei einer Präeklampsie kommt es zu Problemen mit dem Blutdruck und den Nieren, die tödlich für Mutter und Kind sein können. Die genauen Ursachen sind derzeit noch nicht völlig geklärt, doch wird die Präeklampsie wohl durch einen Defekt in der Plazenta verursacht.

Niederländische Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen, warum die Präeklampsie in manchen Familien häufiger auftritt. Verantwortlich ist ein bestimmtes Gen (STOX1), das von der Mutter auf die Tochter vererbt wird. Gemeinsam mit einem Team der Universität in Adelaide, Australien, untersuchten die Wissenschaftler Familien mit zwei oder mehreren Schwestern, die während der Schwangerschaft an Präeklampsie erkrankt waren. Durch die Analyse der DNA der Familienmitglieder zeigte sich, dass eine Version des Gens STOX1 allen 67 betroffenen Frauen gemeinsam war. Bekannt war bereits, dass STOX1 in der Plazenta in einem entscheidenden Stadium der frühen Schwangerschaft exprimiert wird.

Nun hoffen die Forscher, durch einen einfachen (Blut-)Test betroffene Frauen frühzeitig identifizieren zu können und durch eine entsprechende Behandlung (meist durch blutverdünnende Medikamente wie Heparin oder Aspirin) der Präeklampsie vorbeugen zu können.

Quelle: Van Dijk, M. et al.: Nature Genetics  37, 514 - 519 (2005)

Stand: 05/05, B.H.