Sensor-Baby-Body gegen plötzlichen Kindstod

Jährlich sterben allein in der Schweiz etwa 50 scheinbar gesunde Säuglinge völlig überraschend. Die Umstände, die zu diesem plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrom - SIDS) führen, sind immer noch ungeklärt.

SIDS tritt meist im Schlaf auf und trifft vor allem Babys im ersten Lebensjahr. Eine rechtzeitige Alarmierung der Eltern kann einen Todesfall verhindern. Bisherige Überwachungsgeräte arbeiteten nur mit aufwendigen Apparaten und umständlich anzubringenden Befestigungsgurten.  Knapp drei Jahre lang haben Forscher am Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf deshalb an der Entwicklung eines unkomplizierteren Gerätes gearbeitet. Der Sensor-Baby-Body funktioniert denkbar einfach: In normaler Säuglingswäsche angebrachte Sensoren überwachen permanent Herzschlag, Atmung, Körpertemperatur und Körperfeuchtigkeit. Die elastischen Messinstrumente sind im Brustbereich so befestigt, dass sie das Kind im Schlaf nicht stören. Sie lassen sich an einen normalen Laptop anschließen, auf dem ein Überwachungs- und Auswertungsprogramm installiert ist. Bei Abweichungen von den Sollwerten schlägt der Computer Alarm.

Die Praxistauglichkeit des Sensor-Baby-Bodys weisen die Entwickler derzeit durch eine klinische Prüfung an der Universitätsklinik Tübingen nach. Prüfpunkte sind Handhabbarkeit, die Qualität der Datenerfassung sowie die Sicherheit bei der Erfassung von Episoden, die für den plötzlichen Kindstod von Bedeutung sind. Nach Abschluss der laufenden Prüfung wird das Gerät dann in ein marktfähiges Produkt umgesetzt werden. Die Stiftung Industrieforschung hat das Projekt mit 170.000 Euro gefördert.

Quelle: www.stiftung-industrieforschung.de

Stand: 5/05, B.H.