Kein erhöhtes Kaiserschnittrisiko durch frühe Regionalanästhesie

Viele Geburtshelfer fürchten, bei einer vaginalen Entbindung könne eine Peridural- oder Epiduralanalgesie („Rückenmarksspritze“) die Wehentätigkeit behindern und die Geburt verzögern.

Doch in einer grossen Studie aus den USA mit 750 Erstgebärenden war die Rate der notfallmässigen Schnittentbindungen nicht erhöht, wenn die Schwangeren bereits beim ersten stärkeren Geburtsschmerz und einer Zervixöffnung von weniger als 4 cm eine Regionalanästhesie erhielten. Die Geburt wurde sogar deutlich beschleunigt und die Kaiserschnitt-Rate um 3% gesenkt.

Allerdings wurde eine spezielle Variante der Schmerzlinderung eingesetzt: Die neuroaxiale Analgesie ist eine kombinierte spinale-epidurale Technik, die viele Narkoseärzte als die effektivste und am wenigsten beeinträchtigende Schmerztherapie in der Geburtshilfe ansehen. Sie ist jedoch technisch anspruchsvoll und deshalb noch nicht weit verbreitet.

Quelle: Wong, Cynthia A. et al.: NEJM 2005; 352: S. 655-665

Stand: 2/05, B.H.