Bitte keine Angst in der Schwangerschaft!

Störende Ereignisse während besonders sensibler Phasen der fötalen Entwicklung in der Gebärmutter sollen bestimmte biologische Abläufe im Organismus des ungeborenen Kindes in Gang setzen („Fetal Programming Hypothesis“). Dadurch werde die Fähigkeit des Organismus, sich während späterer Entwicklungsstufen an geänderte Bedingungen anzupassen, beeinträchtigt – mit der Folge, dass ein Kind zu Krankheiten und Entwicklungsstörungen wie zum Beispiel Aufmerksamkeits-Defiziten und Hyperaktivität und Angsterkrankungen neigt.

Dies ist das Ergebnis einer belgischen Studie mit Daten von 71 Müttern und ihren erstgeborenen Kindern: Die Mütter mussten während der gesamten Schwangerschaft den Grad ihrer Ängste einschätzen. Als die Kinder acht oder neun Jahre alt waren, wurden die Aufmerksamkeit, die Hyperaktivität und der Angstgrad der Kinder gemessen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Zeitraum zwischen der zwölften und 22. Schwangerschaftswoche eine besonders heikle Phase ist: Mütterliche Ängste während dieser Zeit begünstigen kindliche Erkrankungen im Alter von acht bis neun Jahren. Die Forscher meinen sogar, dass die Auswirkung von Ängsten den Fötus mehr beeinflusst als alle anderen Faktoren wie zum Beispiel Rauchen während der Schwangerschaft.

Quelle: B.R.H. Van den Bergh and A. Marcoen: Child Development [2004], Vol. 75, Issue 4.

Stand: 8/04,B.H.