Die Schweizer – in 250 Jahren ausgestorben...

Das haben zumindest Fortpflanzungsforscher so ausgerechnet. Denn in den letzten 30 Jahren ist die Fruchtbarkeit der Schweizerinnen um 36% zurückgegangen. Wurden 1970 noch 2,1 Kinder pro Frau im gebärfähigen Alter geboren, waren es im Jahre 2000 nur noch 1,26, was nur 60% des Landesbedarfs zur Erhaltung der Bevölkerungszahl deckt. Auch wenn man die Ausländerinnen hinzunimmt, kommen wir nur auf eine unwesentlich höhere Zahl: 1,41.

Herr und Frau Schweizer scheinen es immer häufiger vorzuziehen, kinderlos zu bleiben. In Städten und reichen Vorortsgemeinden sind selbst bei verheirateten Frauen unter 50 mehr als ein Drittel kinderlos. Die wichtigsten Faktoren: Emanzipation, leichter Zugang zu Verhütungsmitteln, finanzielle Aspekte, veränderte voreheliche Verhaltensmuster, Urbanisierung, Verunsicherung und Zukunftsangst, Individualisierung, Instabilität der Ehe, und, und, und...Und die einzige Möglichkeit, dagegen zu steuern: Teilzeitstellen, Kinderhorte, Ganztagsschulen, Integration des Mannes in die Familienarbeit, steuerliche und andere finanzielle Erleichterungen. 

Nach einem Gastkommentar von Prof. Dr. med. Otmar Tönz, Luzern, in The Medical Journal Schweiz, Mai 2003. 

BH