Wenn Sie Ihr Baby möglichst oft ganz nah bei sich haben wollen, ist das Tragtuch ein wirklich nützliches Hilfsmittel – nicht nur für unterwegs. Während Sie Ihr Kind damit durch die Wohnung schaukeln, haben Sie trotzdem die Hände frei und können nebenbei auch leichte Arbeiten erledigen. Unterwegs ist das Tragetuch in manchen Situationen viel praktischer als der Kinderwagen. Im Museum, auf dem Stadtfest, im Zug oder Tram, vor streikenden Rolltreppen – im Tragetuch fühlt sich das Baby sicher und geborgen, während Sie kaum auf Bewegungsfreiheit verzichten müssen. Es gibt spezielle Jacken, in denen das Kind zusammen mit der Mutter sitzt und daher warm hat in der kalten Jahreszeit.
Die Vorteile des Tragetuchs liegen eindeutig im entwicklungspsychologischen Bereich. Die positiven Auswirkungen der Nähe zwischen Mutter und Kind – und natürlich auch zwischen Vater und Kind - sind unbestritten. Zum medizinischen Aspekt kann man sagen: Lassen Sie sich nicht durch den runden Rücken irritieren, den Ihr Baby im Tragetuch hat. Diese Haltung ist physiologisch vollkommen richtig. Jedes Baby hat viele Monate lang rund und zusammengerollt im Mutterleib gelegen - in sogenannter Totalkyphose. Die spätere Form der Wirbelsäule bildet sich erst ganz allmählich heraus.

Sie können das Tragetuch auf verschiedene Weise binden, als Wiege, Wickelkreuz oder Hüftsitz. Das Tuch passt sich immer genau Ihnen und der Grösse Ihres Babys an. Neugierige Babys können ab dem 5. Lebensmonat auch auf dem Rücken getragen werden. Achten Sie beim Kauf eines Tragetuches darauf, dass ausführliche Binde-anleitungen mitgeliefert werden. Damit lernen Sie schnell, das Tuch korrekt zu binden. Einige Hersteller bieten ihre Anleitungen auch als DVD oder Video an. Oder lassen Sie es sich von anderen Müttern zeigen, dann klappt es am schnellsten. Für Mütter, die mit dem Binden Probleme haben, gibt es Tragetuchkurse. Infos dazu bekommen Sie bei den Tragetuch-Herstellern. Achtung: Es gibt Tücher in ganz unterschiedlichen Längen. Mit den kürzeren Tragetüchern lassen sich nicht alle vorstehend beschriebenen Bindetechniken praktizieren. Wählen Sie deshalb ein möglichst langes Tuch (mindestens 470 cm), damit Sie nicht bei einer Ihnen besonders bequemen Technik passen müssen.
Bei richtiger Verwendung des Tragetuches werden Rumpf und Beine des Babys ausreichend unterstützt, egal ob es auf der Hüfte sitzt (Reitsitz), Bauch an Bauch oder Bauch an Rücken. Wichtig ist in den ersten Monaten auch, dass das Köpfchen ausreichend gestützt ist. Dazu genügt es, wenn Sie ein Tuchbahn entsprechend hochziehen, wie das z.B. in der Wickelkreuztrage ganz praktisch möglich ist.
Ein Aspekt, der oft zu kurz kommt: Sie selbst müssen sich auch damit (körperlich) wohlfühlen. Es ist zwar sehr praktisch, beide Hände frei zu haben, aber wenn Ihre eigene Bauch- und Rückenmuskulatur nicht stark genug ist und Sie nach einer Viertelstunde Rückenschmerzen haben, ist dies wahrscheinlich für Sie nicht die ideale Baby-Transportweise.
Andere Tragehilfsmittel: Der Tragesack, die Rückentrage und die Tragschale (Babyschale).
Bitte beachten Sie auch die Kategorie "Tragehilfen und Trageberatung" in der swissmom-Linksammlung.
Stand: 12/11, BH
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