Zwar kommen fast alle Menschen mit gesunden Füssen auf die Welt, aber 40% aller Erwachsenen haben Fussprobleme. Warum? Weil schon bei Kindern viel zu wenig auf gesundes Fusswerk geachtet wird. Orthopäden und Kinderärzte meinen, dass ungefähr jedes zweite Kind mit zu kleinen oder zu grossen Schuhen herumläuft. Und leider machen das die Kleinen klaglos mit, denn die Knochen und das Gewebe ihrer Füsse sind noch sehr weich und formbar. Erst im Schulalter werden Füsse schmerzempfindlich. Später sind die falschen Schuhe nicht selten verantwortlich für Durchblutungsstörungen, Haltungsschäden, Hüft- und Kniegelenksprobleme, Gleichgewichts- und Koordinationsschwierigkeiten. Und auch zu grosse Schuhe sind gefährlich: Der Fuss findet keinen Halt.
Kinder brauchen grundsätzlich erst Schuhe, wenn sie frei laufen können. Vorher sind rutschfeste Socken oder biegsame Finken und im Sommer Barfusslaufen optimal. So werden die Fussmuskeln gekräftigt und der Gang sicherer. Denn beim Laufenlernen sollen die Schuhe nicht stützen, wie man früher meinte. Wichtig ist allein die Schutzfunktion – vor Verletzungen, Schmutz, Nässe und Kälte.
Beim ersten Schuhkauf sollte das Kind unbedingt dabei sein. Der Fuss muss in Länge, Breite und Höhe genau vermessen werden. Eine gute Idee ist, Schablonen anzufertigen und mit in das Geschäft zu nehmen. Stellen Sie Ihr Baby auf ein Stück Karton und zeichnen Sie die Konturen seiner Füsse nach. Dann geben Sie vor den Zehen einen Zentimeter hinzu. Diese Schablone kann man im Geschäft in den Schuh schieben und hat gleich einen Eindruck, ob der Schuh passt.
Achten Sie auf Folgendes:
Die Grösse der vorhandenen Schuhe sollte alle drei bis vier Monate überprüft werden, denn Kinderfüsse wachsen ziemlich schnell: Sie werden pro Halbjahr etwa um zwei bis vier Millimeter breiter und fünf Millimeter länger. Im zweiten und dritten Lebensjahr müssen Sie deshalb mit zwei bis drei Paar Schuhen rechnen. Und auch im Kindergartenalter wachsen die Füsse pro Jahr noch um durchschnittlich zwei Grössen.
Die richtige Schuhgrösse lässt sich bei Kindern mit der gewohnten „Daumenprobe“ nicht sicher ermitteln. Die Gründe: Kinder ziehen meist reflexartig die Zehen ein, ausserdem sind die Schuhkappen vor allem der Winterschuhe so fest, dass man die Zehen nicht ertasten kann. Und: Kinder bis zum Alter von zehn Jahren spüren oft nicht, ob der Schuh passt.
Klar ist jedoch, dass Kinder bei zu kurzen Schuhen häufiger Fussfehlstellungen entwickeln als Altersgenossen mit passenden Schuhen. Eine Lösung kann sein, vor dem Schuhkauf eine Schablone vom Fuss des Kindes anzufertigen. Dazu muss man den Fuss auf eine Pappe stellen und umranden, am grossen Zeh noch 12 mm zugeben und die Schablone ausschneiden. Lässt sich die Schablone gut in den Schuh legen, passt er. Bei Winterschuhen dürfen bis zu 17 mm zugegeben werden, damit die Kinder auch mal dicke Socken anziehen können. Optimal ist es natürlich auch, wenn Sie die Innensohle der Schuhe herausnehmen können. Stellen Sie den Fuss Ihres Kindes auf die Sohle: So können Sie genau sehen, ob der Schuh noch passt.
Die gute Nachricht für mehrfache Eltern: Experten sind sich heute einig, dass Geschwister guterhaltene Schuhe unbesorgt "nachtragen" dürfen. Die Vorraussetzung ist, dass Länge, Weite und Höhe der Schuhe stimmen.
Die swissmom-Linksammlung präsentiert eine Fülle hilfreicher Adressen in der Kategorie Kinderkleidung und Kinderschuhe.
Stand: 02/11, BH
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