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Eisen

Bildquelle: swissmilkEisen ist an jeder Form von Energieumsatz in unserem Körper beteiligt. Aber vor allem wird es zur Bildung von Hämoglobin benötigt, dem Sauerstoff tragenden Bestandteil roter Blutkörperchen. Schwangere vergrössern im Laufe der neun Monate ihr Blutvolumen und brauchen deshalb - besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel - sehr viel mehr Eisen. Der tägliche Bedarf ist bis zu dreimal höher als vorher. Aber auch für Ihr Baby spielt Eisen eine wichtige Rolle, und zwar nicht nur bei der Blutbildung. Eisen ist unerlässlich für die Entwicklung und das Wachstum aller Organe Ihres Kindes. Beruhigend ist, dass es sich frei an den Eisenspeichern der Mutter "bedienen" kann. Nicht so beruhigend ist allerdings, dass die werdende Mutter und ihr Körper dann darunter leiden.

Viele Experten meinen inzwischen, dass der Eisenbedarf in der Spätschwangerschaft (ca. 30 mg pro Tag) durch die Ernährung allein nicht mehr gedeckt werden kann. Dennoch sollten Sie versuchen, möglichst viele eisenhaltige Nahrungsmittel in Ihren Speiseplan einzubauen. 

Gute Eisenlieferanten sind

  • Fleisch (vor allen Dingen rotes Fleisch),
  • Fisch (wie z.B. Sardinen),
  • Vollkorn-Getreideprodukte (z.B. Haferflocken, Müesli),
  • Brot,
  • Kakaopulver,
  • Bierhefe,
  • getrocknete Früchte,
  • Nüsse und Mandeln, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam, Mohn,
  • hellgrünes Gemüse (z.B. Brokkoli, Spargeln, Avocado),
  • Rüebli, Sauerkraut, Tomaten,
  • Teigwaren und
  • Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen). Sojabohnenmehl liefert sehr viel Eisen, Sojabohnen (ganz) hingegen sehr viel weniger.

Auch Gewürze wie Thymian und Majoran enthalten viel Eisen. Gemüse sollte frisch zubereitet werden, möglichst nur blanchiert oder roh gegessen werden. Bei Kopfsalat aus dem Treibhaus empfiehlt es sich, die dicken Rippen zu entfernen, weil sich dort Schadstoffe (Pestizide) vermehrt sammeln. Tiefkühlgemüse ist oft besser als alte Ware aus der Gemüsetheke.

Pflanzliches Eisen, das meist in dreiwertiger Form vorliegt, wird vom Körper deutlich schlechter aufgenommen als tierisches Eisen in der günstigeren dreiwertigen Form. Aber durch Kombination von tierischen und pflanzlichen Eisenquellen kann man die Eisenaufnahme optimieren. Die Eisenaufnahme im Körper wird durch Fleisch, Vitamin C, Fisch und Geflügel positiv beeinflusst. So wird beim gemeinsamen Verzehr von Fleisch und Hülsenfrüchten (Linsen) die Verfügbarkeit des "Hülsenfrucht-Eisens" verbessert. Eisen wird vom Körper auch besser verwertet, wenn man es in Kombination mit Vitamin C aufnimmt. Empfehlenswert ist also, zu den Mahlzeiten ein Glas Orangen- oder Grapefruitsaft zu trinken, und Salat oder Gemüse mit Zitronensaft zu würzen. Auch ein Müsli (Haferflocken und andere Getreideflocken) liefert mit Orangen mehr Eisen. Vitamin-C-reiches Obst (Orangen, Kiwi, Erdbeeren, Johannisbeeren) ist ein ideales Dessert. 

Hemmend auf die Aufnahme bzw. Verwertung von Eisen wirken Kaffee, Tee, Milch bzw. Milchprodukte (Calcium-Salze), Spinat und Rhabarber (Oxalsäure), Phosphate (Cola, Eigelb), Alginate in Puddingpulver und Tütensuppen, Reis, Getreide und Soja (Phytinsäure oder Phytate genannt), bestimmte Antibiotika und Medikamente gegen Sodbrennen. Diese Nahrungsmittelbegleitstoffe hemmen die Resorption hauptsächlich durch Bildung unlöslicher Verbindungen, welche vom Körper nicht verwertet werden können. In einer ausgewogenen Ernährung gleichen sich jedoch hemmende und förderne Faktoren aus. Wichtig dabei ist, die Resorption hemmenden Nahrungsmittel nicht gleichzeitig mit den eisenreichhaltigen Nahrungsmittel zu konsumieren.

Fast alle Schwangeren, aber besonders Frauen mit niedrigen Eisenreserven entwickeln gegen Ende der Schwangerschaft eine Blutarmut (Anämie) aufgrund des Eisenmangels. Wichtig zu wissen: Nur etwa 10% der eingenommenen Menge an Eisen wird tatsächlich vom Körper aufgenommen, die restlichen 90% scheidet der Körper einfach wieder aus. Wir geben Ihnen weitere Informationen zu den Symptomen und der Behandlung einer Eisenmangelanämie.

Bitte lesen Sie zu diesem Thema auch unser Experten-Interview mit Herrn Dr. med. Andreas F. Schaub.

Stand: 2/11, BH/AS



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