Vom äusseren Erscheinungsbild her sind bulimische Frauen unauffällig und meist schlank. Ihr Essverhalten in der Öffentlichkeit ist eher kontrolliert. Nach aussen hin funktioniert alles perfekt. Bulimie ist eine schambesetzte und heimliche Essstörung, denn die Betroffenen ekeln sich vor sich selbst und haben das Gefühl abnorm zu sein. Sie tun alles, um ihre Essanfälle und das danach Folgende (Erbrechen oder Abführmittelmissbrauch) zu verheimlichen. Oft entscheiden sie sich für extreme sportliche Betätigungen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es vermehrt zur sozialen Isolation und depressiven Verstimmungen. Um ihren Heisshungerattacken nachgeben zu können, vernachlässigen Betroffene häufig jegliche Interessen und den Kontakt zu ihrer Umwelt.
Die Diagnosekriterien für Bulimia nervosa sind:
Betroffene sind häufig früher einmal magersüchtig gewesen. Auch im Verlauf der Bulimie kann es wieder zu Magersucht kommen, denn Magersucht und Ess-Brech-Sucht gehen fliessend ineinander über.
Die körperlichen Folgeschäden der Bulimie sind durch das ständige Erbrechen bedingt: Schwellung der Speicheldrüsen, Zahnschmelzschäden, Speiseröhreneinrisse und Magenwandverletzungen. Die Regelblutung kann ausbleiben, die Fruchtbarkeit ist gestört. Verschiebungen im Mineralstoffwechsel können zu Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen führen.
Bei Schwangeren „holt“ sich das Kind zunächst noch auf Kosten der werdenden Mutter, was es braucht. Auf längere Sicht können die Elektrolytstörungen indirekt aber Auswirkungen auf die Versorgung des Kindes mit Nährstoffen und Sauerstoff haben.
Studien zufolge kann sich die Bulimie während der Schwangerschaft durchaus bessern. Jedoch sollten betroffene Frauen besonders nach der Geburt in fachlicher Betreuung sein, um die Wochenbettdepression abzufangen, die bei Frauen mit Bulimie häufiger auftritt.
Stand: 12/10, BH
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