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Der Epi-No-Trainer 

Seit einiger Zeit gibt es ein Gerät, das sowohl die Häufigkeit von Dammschnitten als auch die Länge der Austreibungsphase senken soll. Es besteht aus einem aufblasbaren länglichen Silikon-Ballon, der durch einen dünnen Schlauch mit einer Handpumpe mit Druckmesser verbunden ist. Die Hersteller von „Epi-No“ versprechen, dass bei regelmässigem Training mit diesem Gerät die werdende Mutter ihr Scheidengewebe vor der Geburt schonend dehnen kann und ausserdem ein Gefühl für das Auspressen während der Geburt bekommt.

Mit dem Training beginnt man frühestens am Ende der 38. Schwangerschaftswoche. Dazu wird der Ballon zur Hälfte in die Scheide eingeführt und täglich – entsprechend Ihrem individuellen Dehnungsgefühl – etwas weiter aufgeblasen, bis er sich so allmählich dem Durchmesser des Babyköpfchens nähert. Bei jedem Training bleibt der Ballon mindestens 10 Minuten in der Scheide. Dann versuchen Sie, ihn herauszupressen.

 

Inzwischen liegen klinische Studien vor, nach denen sich Epi-No in der Praxis bereits bewährt haben soll, indem Dammschnitte weniger häufig notwendig wurden. Als positive Auswirkungen des Trainings ergibt sich die Erfahrung, wie sich das Gewebe allmählich und sanft dehnen kann. Es ist möglich, dass Ihnen das mehr Selbstbewusstsein und ein sicheres Körpergefühl für die Geburt, vor allem für die Pressphase, gibt. Auch soll das Trainingsgerät sehr gute Erfolge beim Beckenbodentraining bringen.

 

Es werden jedoch auch Bedenken und Kritik geäussert. So wird z.B. befürchtet, dass sich die Scheidenmuskulatur durch das Training bleibend dehnen könnte, sozusagen ausleiert. Befürworter einer natürlichen Geburt meinen vielfach, dass diese Methode nur ein weiterer Schritt zur „Technisierung“ des Geburtsvorgangs sei. Um diese Befürchtungen abschliessend zu beurteilen, liegen im Augenblick noch zu wenig Erfahrungsberichte vor.

 

Vorsichtig sollten Sie jedenfalls sein, wenn Sie zu starkem Ausfluss oder sogar Scheideninfektionen und vorzeitigen Wehen neigen. Vor jedem Training sollten Sie dann den Scheiden-pH mit Teststäbchen bestimmen. Ist er zu hoch, deutet das auf eine Scheideninfektion hin. Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin wird einen bakteriologischen Abstrich durchführen und die Infektion gezielt behandeln. Das Epi-No-Training oder die Damm-Massage ist in dieser Zeit nicht zu empfehlen. Sie können aber durch häufiges Hocken Ihr Dammgewebe auf die Geburt vorbereiten.

 

Stand: 09/08, AG

 



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