Die Zecke (auch Holzbock genannt) ist kleiner als ein Stecknadelkopf und wartet im Unterholz von Waldwegen oder in feuchten Gegenden auf geeignete Opfer. Dann sticht es unbemerkt zu und saugt sich mit Blut voll. Meist bemerkt man das erst, wenn die Zecke schon auf ein Mehrfaches ihrer ursprünglichen Grösse angeschwollen ist. Aktiv sind die Zecken im Frühling und im Herbst; weniger im Hochsommer, wenn es heiss und trocken ist.
Zeckenbissen kann man vorbeugen. Erschweren Sie den Zecken den direkten Zugang zur Haut und tragen Sie beim Waldspaziergang lange Hosen und geschlossene Schuhe. Auf heller Kleidung kann man Zecken deutlicher erkennen. Auch ein Anti-Zeckenspray empfiehlt sich. Nach dem Spaziergang sollten sie den Körper kontrollieren, vor allem in den Kniekehlen, der Schamgegend, den Achselhöhlen und auf den Schultern. Bei Kindern setzen sich Zecken auch gerne auf der Kopfhaut und am Haaransatz fest.
Wenn Sie eine Zecke entdecken, sollte sie möglichst bald entfernt werden. Greifen Sie sie möglichst hautnah mit einer Pinzette und ziehen Sie - ohne zu quetschen - mit einer möglichst raschen Bewegung nach oben. Sollte der Zeckenkopf dabei abbrechen, kann eine kleine eitrige Entzündung entstehen. Ansonsten ist das harmlos, denn im Kopfbereich sitzen kaum Erreger. Die Erreger befinden sich eher im Hinterkörper, weshalb man weder quetschen noch mit Öl vorbehandeln darf. Noch schonender geht die Entfernung mit einer sogenannten Zeckenkarte. Die Stichstelle sollte danach desinfiziert und das Datum im Kalender notiert werden. Auch wenn die meisten Zeckenstiche problemlos abheilen, sollte man den an sich harmlosen Vorfall in den folgenden Wochen keinesfalls vergessen. Einige Fachleute empfehlen sogar, die Zecke aufzubewahren, um später einen eindeutigen Erregernachweis führen zu können.
Ein Zeckenstich kann nämlich Folgen haben: Zecken können sowohl die Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) als auch die Lyme-Borreliose übertragen. Wenn Sie die folgenden Symptome bemerken, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen: Hautrötungen, die sich kreisförmig ausbreiten (Erythema migrans), Lähmungen im Gesicht und grippeähnliche Krankheitszeichen wie Gelenk- und Kopfschmerzen.
Eine Impfung schützt vor der FSME, jedoch nicht vor der Borreliose. Sie ist auch während der Schwangerschaft erlaubt und hält etwa fünf Jahre.
Die passive Impfung durch Verabreichung von Hyperimmunglobulin nach einem Zeckenstich wurde wegen des Verdachts unerwünschter neurologischer Wirkungen bei Kindern und wegen ihrer nicht belegbaren Wirksamkeit aufgegeben.
Weitere Informationen finden Sie unter www.zecken.ch.
Stand: 05/12, BH
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