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Toxoplasmoseinfektion in der Schwangerschaft

Die unerkannte und unbehandelte Ersterkrankung einer Schwangeren an Toxoplasmose ist eine für das Ungeborene gefährliche Infektion, d.h. sie kann zu Entwicklungsstörungen und angeborenen Fehlbildungen (s.u.) beim Kind führen.

Die Toxoplasmose wird durch einen Parasiten namens Toxoplasma gondii verursacht, der nach einer Infektion lebenslang im Organismus bleibt und eine Neuinfektion verhindert. Die Toxoplasmose-Erreger werden durch verschiedene Nahrungsmittel übertragen, meist durch rohes oder nicht durchgegartes Fleisch und Gemüse. Auch Erde, Katzenkot und Schafe sind in geringerem Ausmass Infektionsträger. Man schätzt, dass etwa jeder zweite Erwachsene, vor allem Katzenbesitzer, schon einmal eine Toxoplasmose durchgemacht hat, also immun ist.

Normalerweise verläuft Toxoplasmose für die Schwangere selbst weitgehend beschwerdefrei. Symptome treten oft nur in leichter Form auf und ähneln denen einer Grippe, einschliesslich Fieber und Lymphknotenschwellung, vor allem im Halsbereich. Seltener kommt es zu Durchfällen. Auf jeden Falle sollten Sie Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin sofort benachrichtigen, wenn Sie sich krank fühlen. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Wochen.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen kann Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin gleich zu Anfang einen Antikörpertest in Ihrem Blut durchführen, der Ihnen bestätigt, ob Sie immun sind oder nicht. Die Bedeutung einer solchen Untersuchung wird aber in neueren Untersuchungen in Frage gestellt, weshalb das Bundesamt für Gesundheit seine Empfehlungen überarbeitet hat (s.u.). Kommt als Ergebnis dieser Untersuchung jedenfalls heraus, dass Sie keine Antikörper im Blut haben, sind bestimmte Vorsichtsmassnahmen für Sie besonders wichtig. Ihr Antikörpertest muss zwischen der 16. und 32. SSW etwa alle vier Wochen wiederholt werden, um eine frische Infektion rechtzeitig zu entdecken. Besitzen Sie Antikörper, ist zu unterscheiden, ob es alte oder neue sind. Alte Antikörper resultieren aus einer zurückliegenden Infektion, d.h. Sie sind immun und können auch Ihr Baby nicht anstecken. Frische Antikörper resultieren aus einer soeben erst erfolgten Erst-Infektion, d.h. Ihr Baby ist möglicherweise gefährdet.

Wird eine Erst-Ansteckung mit Toxoplasmose während der Schwangerschaft nicht behandelt, kann über die Plazenta auch das Kind infiziert werden. Eine Fehlgeburt oder Totgeburt kann die Folge sein. Toxoplasmose kann bei Ihrem Kind auch zu Erblindung (Netzhautentzündung) und Schädigungen von Gehirn (Verkalkungen, Wasserkopf), Leber und Milz führen. Dabei kommt es jedoch sehr darauf an, wann die Infektion auf das Kind übergeht: Bei einer Ansteckung innerhalb der ersten drei Monate besteht nur eine relativ geringe Gefahr, dass die Toxoplasmose-Parasiten das Ungeborene erreichen (ca. 15%), aber wenn, sind die Folgen für das Kind sehr schwerwiegend. Zum Ende der Schwangerschaft hin steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion des Kindes auf bis zu 70% an, aber die Folgen sind dann weniger schwer und können häufig nach der Geburt erfolgreich behandelt werden.

Toxoplasmose kann man während der Schwangerschaft mit Antibiotika medikamentös behandeln, um das Risiko einer Ansteckung des Kindes bzw. einer Organschädigung zu senken. Die Behandlung dauert mindestens vier Wochen. Auch können im Falle einer gesicherten Toxoplasmose-Erstinfektion eine Amniozentese oder eine Cordozentese und in regelmässigen Abständen Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass Ihr Baby nicht infiziert wurde. Glücklicherweise ist es heutzutage nicht mehr nötig, die Schwangerschaft abzubrechen, wenn die Mutter mit Toxoplasmose infiziert ist, solange eine Infektion des Kindes nicht eindeutig nachgewiesen ist.

Aus unserem Bereich "Häufige Fragen":

Enthält das Fleisch von allen Tierarten Toxoplasmose-Erreger? Sollte man sich da nicht besser vegetarisch ernähren?

Kann man auch über andere tierische Erzeugnisse wie Milch und Eier eine Toxoplasmose bekommen?

Bitte lesen Sie auch im Bereich "Aktuell/Wissen":

21.12.2008: Toxoplasmose - neue Strategie des BAG

Stand: 05/12, BH

 

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