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Urinuntersuchungen

Eine Urinprobe wird bei jedem Termin auf folgende Bestandteile untersucht:

  • Eiweiss (Protein). Die Analyse der Proteinwerte im Urin zeigt, ob Ihre Nieren die Veränderungen durch die Schwangerschaft gut verkraften. Hohe Proteinwerte können eine Harnwegsinfektion anzeigen. In der späteren Schwangerschaft können sie ein Anzeichen für eine eingeschränkte Nierentätigkeit bei Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung, Gestose) sein. Zu den Symptomen der Präeklampsie gehören Wassereinlagerungen, also Anschwellen vor allem der Beine und Hände, starke Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Sehstörungen (wie dunkle Flecken und/oder Flimmern vor den Augen) und Bluthochdruck. Durch regelmässige Untersuchung des Urins auf Eiweiss und Blutdruckkontrollen kann eine beginnende Präeklampsie in den meisten Fällen rechtzeitig festgestellt werden.
  • Zucker (Glucose). Wenn im Urin wiederholt hohe Zuckerwerte gefunden werden, kann dies auf einen Diabetes mellitus, also eine Zuckerkrankheit, hinweisen. Bei manchen Frauen entwickelt sich ein Schwangerschaftsdiabetes, der jedoch meist nach der Geburt wieder verschwindet. Sollten Sie darunter leiden, kann wahrscheinlich schon eine spezielle Diät die Krankheit unter Kontrolle bringen und Ihr Baby wird nicht gefährdet sein. Wenn eine Ernährungsumstellung keine Veränderungen bewirkt, muss allerdings Insulin zur Behandlung eingesetzt werden.
  • Weisse Blutkörperchen (Leukozyten), Nitrit und Sediment im Urin können auf einen Harnwegsinfekt hinweisen.
  • Bakterien. Selbst wenn Sie "nur" Bakterien im Urin und sonst keinerlei Beschwerden haben, ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. Da während der Schwangerschaft die Harnwege erweitert sind, können Bakterien leichter eindringen und sich in der Blase vermehren. Harnwegsinfekte in der Schwangerschaft sollten immer behandelt werden, da sie nicht nur zu einer Frühgeburt führen können, sondern auch die Gefahr einer Nierenbeckenentzündung besteht, was für Mutter und Kind gefährlich werden könnte.

Stand: 08/11, BH



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