Bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) werden hochfrequente, unhörbare Schallwellen durch Ihr Körpergewebe geschickt, als Echo zurückgeworfen und als Schwarz-Weiss-Bild umgewandelt und sichtbar gemacht. Die Schallwellen werden immer dort reflektiert, wo sich Gewebeschichten ändern, z.B. an der Grenzfläche zwischen Fruchtwasser und Gebärmutterwand oder dem kindlichen Gewebe. So entsteht ein Bild Ihres Kindes in der Gebärmutter, das immer zweidimensional, also ein Schnittbild ist. Auch Sie selbst und Ihr Partner können dieses Bild auf einem Monitor sehen. Weil es aber eine für Laien eher undeutliche, schemenhafte Darstellung ist, wird Ihnen während der Untersuchung auf dem Bildschirm erklärt, was alles zu sehen ist. Sie können möglicherweise ein Schwarzweiss-Bild von Ihrem Kind mit nach Hause nehmen.
Vor der Ultraschalluntersuchung durch Ihre Bauchdecken (Abdominal-Sonographie) müssen Sie viel trinken. Die volle Blase drückt dann von unten gegen die Gebärmutter und die Flüssigkeit darin gibt einen guten Kontrast, wodurch das Kind besser sichtbar wird. Dies ist besonders in der ersten Schwangerschaftshälfte sehr wichtig. Sie liegen auf dem Rücken. Ihr Bauch wird mit einem Gel bestrichen wurde, das den Hautkontakt, das Eindringen der Ultraschallwellen und die Bildqualität verbessert. Dann wird ein Schallkopf (Scanner) über Ihre Bauchdecke geführt. Wie deutlich Ihr Baby zu sehen ist, hängt nicht nur vom Gerät, sondern auch von der fetalen Lage, von der Fruchtwassermenge und von der Dicke der mütterlichen Bauchwand ab.
Ultraschalluntersuchungen können anstatt über die Bauchdecken auch mit einer (steril verpackten) stabförmigen Vaginalsonde durchgeführt werden, die in die Scheide ganz nah an die Gebärmutter vorgeschoben wird. Bei einer solchen Untersuchung sollte die Blase eher leer sein. Die Vaginalsonographie liefert besonders in der Frühschwangerschaft bis zur 12. Woche bessere und kontrastreichere Bilder, weil die Schallwellen im Vergleich zur Abdominalsonographie nur einen kurzen Weg zurücklegen müssen. Schon einen nur wenige Millimeter grossen Embryo kann man unter Umständen gut erkennen. Aber auch bei der Diagnose einer drohenden Fehlgeburt oder einer Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft ist die Vaginalsonographie der Untersuchung über die Bauchdecken überlegen.
Spezielle zusätzliche Ultraschallmethoden, die aber in der Routinediagnostik keine Rolle spielen, sind Doppler-Ultraschalluntersuchungen und dreidimensionale Ultraschalluntersuchungen. Die spezialisierte Untersuchung des kindlichen Herzens nennt man Echokardiographie.
Ultraschalluntersuchungen sind vollkommen schmerzlos. Und bis jetzt deutet nichts darauf hin, dass die Untersuchung der Schwangeren oder dem Kind schadet. Im Gegenteil, die Bewegungen Ihres Kindes während der Untersuchung sehen zu können, ist ein schönes und beruhigendes Erlebnis.
Andererseits sollten Ultraschalluntersuchungen aber auch nicht zum “Baby-Fernsehen” missbraucht werden. Für weitere Untersuchungen zusätzlich zu den zwei vorgesehenen Routineuntersuchungen sollte immer ein medizinischer Grund vorliegen.
Stand: 12/11, BH
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