Diese relativ neue Untersuchungsmethode misst zwischen der 10. und 14. Schwangerschaftswoche per Ultraschall die Dicke der Hautfalte im Nacken des Kindes. Man bezeichnet die Untersuchung der Nackenfalte oder Nackentransparenz auch als "NT-Test".
Ist bei der Messung der Bereich im Nacken durch Wassereinlagerung auf mehr als 2,5 mm verdickt und eventuell blasig gekammert, nennt man das Nackenödem, Nackenblase, dorsonuchales Ödem oder Hygroma colli. Daraus kann sich dann der Verdacht auf eine Entwicklungsstörung des Kindes ergeben, z.B. eine Chromosomenstörung, ein Herzfehler und eine andere Organfehlbildung. Je dicker die Nackenfalte ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Anomalie. Allerdings kann ein verdickter Nackenbereich auch noch viele andere, meist harmlose Ursachen haben, und bildet sich oft spontan innerhalb kurzer Zeit zurück. Es muss also mit weiteren Untersuchungen nachgeschaut werden, ob der Verdacht sich erhärtet oder ob nur ein "falscher Alarm" vorgelegen hat. Die nächsten Untersuchungsschritte könnten z.B. ein sehr sorgfältiger Fehlbildungs-Ultraschall oder eine invasive Pränataldiagnostik wie eine Chorionbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) sein - wenn Sie das wollen.
Der Vorteil der nicht-invasiven Screeningtests ist allgemein, dass sie ein orientierendes Ergebnis bieten, aber nicht mit einem Fehlgeburtsrisiko verbunden sind wie die invasiven Untersuchungen (CVS und AC). Deshalb sind sie besonders geeignet für jüngere Schwangere (unter 35 Jahre), für die ein derartiger Eingriff zunächst nicht in Frage kommt. So kann herauskommen, dass eine 25jährige auf einmal das etwas höhere Risiko einer 38jährigen hat, oder auch eine 34jährige das relativ niedrige Risiko einer 22jährigen.
Der Nachteil ist leider, dass solche Screeningtests keine genaue Diagnose, sondern nur eine Abschätzung Ihres individuellen Risikos ergeben. Wenn Sie aber von vornherein wissen, dass Sie keine hundertprozentig genaue Diagnose bekommen werden, sondern nur eine Hilfestellung bei Ihrer Entscheidung, ob und welche weiteren Untersuchungen Sie in dieser Schwangerschaft haben wollen, werden Sie nicht enttäuscht, verängstigt oder verärgert sein.
Von vornherein etwas aussagekräftiger, d.h. auch zuverlässiger, wird das Ergebnis der Nackentransparenz-Messung, wenn sie mit einer Blutuntersuchungen (Ersttrimestertest) in der 11.-13. SSW kombiniert wird. Beides gemeinsam ergibt eine Risikoziffer (z.B. 1: 1000), die aber immerhin sehr viel individueller und deshalb genauer ist als die Beurteilung des Risikos aufgrund des mütterlichen Alters allein. Wird bei diesem Ersttrimesterscreening ein auffälliger Befund (d.h. ein Risiko, das höher ist als das statistische Altersrisiko einer 35jährigen) erhoben, sollte ebenfalls nachgeschaut werden, was dahinter steckt. Denn auch bei der Kombination der Nackenmessung mit der Blutuntersuchung handelt es sich nur um eine Risikoabschätzung, die eine bessere Basis für weitere Entscheidungen, aber keine Diagnose darstellt!
Stand: 05/10, BH
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