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Verstopfung

Verstopfung ist zu Beginn einer Schwangerschaft recht häufig. Mindestens ein Drittel aller werdenden Mütter haben damit ein Problem. Sie wird durch die erhöhte Progesteron-Produktion verursacht, die eine allgemeine Entspannung der glatten Muskulatur, also auch der Darmmuskulatur, bewirkt. Das ungeborene Kind wird so in der Gebärmutter vor Erschütterung und Kontraktionen geschützt. Auch Magenbrennen (Sodbrennen) und Blähungen können leicht entstehen.

Durch die Entspannung der Darmmuskulatur bekommt Ihr Kind auch mehr Nährstoffe, da die Nahrung den Darm langsamer passiert und besser verwertet wird. Diese Verlangsamung der Darmtätigkeit fördert aber leider das Auftreten von Verstopfung. Zudem werden weniger Verdauungssäfte produziert, so dass die Nahrung länger im Magen verbleibt, ebenfalls eine mögliche Ursache für Verstopfung. Später in der Schwangerschaft kann der Druck, den die vergrösserte Gebärmutter ausübt, die Darmtätigkeit beeinträchtigen. Die Einnahme von Eisenpräparaten kann ebenfalls zu Verstopfung führen. Zu starkes Pressen beim Stuhlgang fördert gegen Ende der Schwangerschaft die Entstehung von Hämorrhoiden.

Das können Sie vorbeugend gegen Verstopfung tun:

  • Auf ballaststoffreiche Kost achten (Vollkornbrot, rohes Gemüse und Obst, z.B. Äpfel)
  • Bananen, Schokolade und Reis vermeiden
  • Auf Weissmehlprodukte verzichten (z.B. Weissbrot)
  • Wenn Sie Kuchen backen, nehmen Sie lieber Vollkornmehl oder Haferflocken
  • Verdauungsfördernd wirken Molke, Kefir, Buttermilch und Naturjoghurt
  • Viel trinken, täglich mindestens 2- 3 Liter
  • Schwarzen Tee (auch Eistee!) vermeiden
  • Eisentabletten nach den Mahlzeiten mit viel Flüssigkeit einnehmen.
  • Ausreichende und regelmässige Bewegung einplanen

Drei Tage ohne Stuhlgang sind noch nicht beunruhigend, aber wenn mehr als vier Tage zwischen jedem Stuhlgang vergehen und der Stuhl hart und schwer auszuscheiden ist, sollten Sie etwas gegen die Verstopfung unternehmen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie das ohne Abführmittel schaffen!

Und wenn es gar nicht mehr anders geht: Pflanzliche Quellmittel wie Leinsamen, Flohsamen oder Weizenkleie sind auch in der Schwangerschaft unproblematisch. Als Mittel zweiter Wahl stehen Lactulose-Präparate, Lactose, isoosmotische Abführmittel und Glycerin-Zäpfchen zur Verfügung. Auch der Wirkstoff Bisacodyl ist ungefährlich. Abzuraten ist allerdings von anthrachinonhaltigen Medikamenten und Rhizinusöl, weil sie Wehen auslösen können. Glauber- und Bittersalz (Natrium- und Magnesiumsulfat) kommen zwar prinzipiell in Frage, sind aber bei Herz-Kreislauf- und Nierenkrankheiten gefährlich, da die vermehrte Aufnahme von Natrium- und Magnesiumionen den Körper zusätzlich belastet. In den letzten Schwangerschaftswochen sollte Magnesiumsulfat tabu sein, weil es möglicherweise die Wehen hemmen könnte.

Stand: 12/10, BH/AG

 



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