Verdauungsbeschwerden und Magenbrennen (Sodbrennen) sind typische Begleiterscheinungen in den letzten Monaten der Schwangerschaft. Magenbrennen äussert sich durch ein drückendes, brennendes, hustenartiges Gefühl hinter dem Brustbein und in der Speiseröhre, das durch manchmal bis in den Mundraum aufsteigender Magensäure (Aufstossen) verursacht wird und äusserst unangenehm sein kann. Die Beschwerden treten oft etwa eine halbe Stunde nach dem Essen auf oder nachts, denn sie sind im Liegen besonders stark ausgeprägt; auch beim Husten oder Heben schwerer Gegenstände macht sich Magenbrennen stärker bemerkbar.
Magenbrennen wird einerseits durch den Druck, den das heranwachsende Baby auf den Magen ausübt, andererseits durch die vom Progesteron bewirkte Entspannung des Schliessmuskels am oberen Magenausgang, der das Aufsteigen der Magensäure normalerweise verhindert, verursacht. Hierdurch kann Magensäure in die Speiseröhre gelangen, eine Reizung der Schleimhaut und Magenbrennen ist die Folge. Progesteron kann auch bewirken, dass die Nahrung länger als üblich im Magen verbleibt.
Wir haben für Sie einige Tipps, wie man Magenbrennen lindern oder verhindern kann.
Bei sehr starkem und unangenehmem Magenbrennen kann Ihnen Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme weiterhelfen. Medikamente gegen Magenübersäuerung sind auch in der Schwangerschaft kurzfristig erlaubt. Sogenannte Antacida können über drei bis vier Wochen eingenommen werden. Sicherheitshalber sollten Sie auf aluminium- und natriumfreie Antacida (zum Beispiel Rennie®) zurückgreifen. Auch die Wirkstoffe Magaldrat und Hydrotalcit, aus denen Aluminium nur in Spuren resorbiert wird, kommen in Frage. Bislang ist jedoch kein Fall bekannt, bei dem es durch die Einnahme von Aluminium-haltigen Antacida in der Schwangerschaft zu Veränderungen des Gehirns oder der Knochen bei den Feten gekommen wäre. Zwar führte die Gabe von Aluminiumsalzen im Tierversuch zu Veränderungen am Feten, aber die toxikologische Dosis lag um ein Vielfaches höher als die Mengen, die in der täglichen Praxis eingenommen werden. Anders liegt der Fall, wenn die werdende Mutter eine eingeschränkte Nierenfunktion hat; dann kann sich Aluminium im kindlichen Organismus schneller ablagern und auf die Einnahme dieser Präparate sollte verzichtet werden.
Stand: 12/10, BH
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