swissmom_bei_facebook

Pilzinfektion

Ist Ihr Ausfluss nicht durchsichtig oder cremefarben, sondern weisslich und käsig-krümelig, weist er einen hefeartigen (nicht fischigen!) Geruch auf oder ist er mit Jucken, Brennen bzw. Wundsein, Rötung und Schmerzen im äusseren Vaginalbereich und beim Wasserlassen verbunden, leiden Sie vielleicht unter Soor, einer Scheidenpilzinfektion (Vaginalmykose). Soor wird durch den Hefepilz Candida albicans verursacht. Drei von vier Frauen erkranken mindestens einmal in ihrem Leben an einer Scheidenpilzerkrankung, viele auch wiederholt. Das hat normalerweise nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Eine Infektion mit Scheidenpilz ist auch keine Geschlechtskrankheit.

Besonders in der Schwangerschaft kommen Pilzinfektionen recht häufig vor. Man schätzt, dass etwa 30-40% aller nichtbehandelten Schwangeren eine Scheidenpilzinfektion hat. Denn sie werden durch die während der Schwangerschaft stattfindenden hormonellen Veränderungen (erhöhter Östrogenspiegel), den sinkenden Säure- und steigenden Zuckergehalt des Scheidenmilieus begünstigt. Vor allem schwangere Diabetikerinnen leiden deshalb häufig unter Soorinfektionen. Weitere begünstigende Faktoren:

  • ein geschwächtes Immunsystem,
  • übertriebene Intimhygiene, z.B. Scheidenspülungen, Intimlotion,
  • falsche Intimhygiene, z.B. Übertragung von Keimen im Afterbereich zur Scheide,
  • das Tragen zu enger oder synthetischer Unterwäsche und Kleidung,
  • zu häufige Benutzung von Slipeinlagen mit Plastikrücken,
  • Herumlaufen in nasser Badkleidung nach dem Schwimmen,
  • Einnahme von Antibiotika und Cortison,
  • eine Fehlfunktion der Schilddrüse.

Pilzinfektionen im Genitalbereich schaden dem Ungeborenen zwar nicht direkt, erhöhen aber indirekt das Risiko für Fehl- und Frühgeburten, weil sie das Scheidenmilieu (messbar über den pH-Wert) verändern und sich bestimmte andere, gefährliche Keime leichter vermehren können. Auch kann es bei abwehrgeschwächten Neugeborenen, z.B. Frühgeborenen, zu einer generalisierten Infektion, der sogenannten Kandida-Sepsis, kommen. Deshalb sollte eine Vaginalmykose auch in der Schwangerschaft immer konsequent behandelt  werden. Weniger gefährlich, weil gut behandelbar, aber sehr lästig ist die Übertragung der Hefepilze auf Windelbereich, Mundhöhle und Magen-Darm-Trakt des Neugeborenen. Beim Stillen wird wiederum die Brustwarze infiziert, an der sich das Neugeborene dann immer wieder neu ansteckt.

Wenn Sie schwanger sind und Symptome einer Pilzinfektion haben, sollten Sie sich auf jeden Fall untersuchen lassen. So findet man heraus, ob die Beschwerden auf Candida albicans zurückzuführen sind und ob ein Befall mit krankheitsauslösenden Bakterien besteht. Viele Experten empfehlen sogar, alle Schwangeren (auch Frauen, die keine Symptome spüren) ab der 34. Schwangerschaftswoche auf Pilze zu untersuchen. Ist eine Hefepilzinfektion nachweisbar, wird eine lokale Therapie mit in der Schwangerschaft geeigneten Antimykotika durchgeführt.

Ein schwacher Trost: Nach der Schwangerschaft geht die Empfindlichkeit für Soorinfektionen wieder auf das normale Mass zurück...

Stand: 12/10, BH



info [at] swissmom.ch

Inhalt urheberrechtlich geschützt © 2003 Swissmom. Alle Rechte vorbehalten.
Die in www.swissmom.ch enthaltenen Informationen stellen keinen Ersatz dar für die Untersuchung, Diagnosestellung oder Behandlung durch medizinisch ausgebildete Fachleute.

Bitte lesen Sie unsere Nutzungsbedingungen

copyright swissmom.ch 2009

Newsletter
Anthrazit Siegel