Aus den unterschiedlichsten Gründen erfüllen sich immer mehr Frauen ihren Kinderwunsch heutzutage erst nach dem 30. oder sogar 40. Lebensjahr. Aus medizinischer Sicht besteht überhaupt keine Veranlassung, Frauen allein aufgrund ihres Alters von einer Schwangerschaft abzuraten. Untersuchungen haben zwar gezeigt, dass bestimmte Komplikationen dann zwar etwas häufiger auftreten (z.B. Frühgeburten, Präeklampsie und Plazentastörungen), diese aber mit einer guten Schwangerschaftsvorsorge in der Regel beherrschbar sind und der Gesundheitszustand der werdenden Mutter für den reibungslosen Ablauf einer Schwangerschaft wesentlich ausschlaggebender ist als ihr Alter.
Viele Fachleute sind sogar der Überzeugung, dass ältere Schwangere häufig besser auf ihre eigene Gesundheit und die des Kindes achten und im Umgang mit umweltbedingten Risiken (Ernährung, Rauchen, Alkoholgenuss und Drogenmissbrauch) eine verantwortungsvollere Haltung an den Tag legen.
Ältere Schwangere sollten sich jedoch bewusst sein, dass das Risiko für eine Fehlgeburt mit zunehmendem Alter grösser wird.
Ausserdem besteht bei Müttern über 30 ein leicht erhöhtes, ab 40 ein stärker erhöhtes Risiko für eine kindliche Chromosomen-Störung, wie z. B. das Down-Syndrom. Aber heutzutage kann man mit Ultraschall- und anderen Screening-Untersuchungen ein erhöhtes Risiko für solche Störungen evtl. bereits in der Frühschwangerschaft einschätzen bzw. mit einer pränataldiagnostischen Untersuchung, z.B. einer Chorionbiopsie oder Amniozentese eindeutig feststellen.
Nur ein geringer Teil aller Kinder mit Chromosomenanomalien kann ausgetragen werden, die meisten sterben aufgrund ihrer schweren Behinderung schon im Laufe der Schwangerschaft. Bei der häufigsten und leichtesten Chromosomenstörung, der Trisomie 21 oder Down-Syndrom, ist das etwa die Hälfte aller Feten, die andere Hälfte ist lebensfähig. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Kind mit Down-Syndrom lebend geboren wird, ist
Ausschlaggebend ist bei der Berechnung das Alter der Mutter bei der Geburt des Kindes.
Während der Vorsorguntersuchungen wird dies alles mit Ihnen diskutiert und es wird Ihnen gegebenenfalls eine humangenetische Beratung angeboten, wenn Sie zur Entscheidungsfindung noch detailliertere Informationen brauchen.
Übrigens hat das Alter des Vaters kaum Auswirkungen auf die spätere Gesundheit des Kindes. Lediglich spontane Genmutationen sind leicht erhöht - aber sie sind ohnehin so selten, dass diese Erhöhung vernachlässigbar ist.
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Stand: 09/10, BH
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