Es wird unterschieden zwischen eineiigen (monozygoten) und zweieiigen (dizygoten) Zwillinge. Das ist nicht nur aus reiner Neugier wichtig, sondern beeinflusst auch wegen des unterschiedlichen Risikos die weitere Schwangerschaftsvorsorge.
Bei Drillings- oder noch höheren Mehrlingsschwangerschaften gibt es verschiedene Kombinationsmöglichkeiten aus eineiig, zweieiig oder dreieiig.
Eineiige Zwillinge entstehen aus einer einzigen Eizelle, die durch ein Spermium befruchtet wird und sich im Verlauf der Entwicklung in zwei Embryonalanlagen teilt. Die Kinder haben also identische Erbanlagen, haben das gleiche Geschlecht und sehen sich sehr ähnlich.
Bei eineiigen Zwillingen gibt es noch weitere Unterscheidungen, je nachdem zu welchem Zeitpunkt sich die befruchtete Eizelle in zwei Embryonalanlagen geteilt hat:
Die Mehrzahl der Zwillinge, etwa zwei Drittel, sind zweieiige Zwillinge. Sie entstehen aus zwei Eizellen, oft in zwei verschiedenen Eierstöcken, die durch zwei Spermien befruchtet werden. Dabei muss die Befruchtung nicht zum selben Zeitpunkt stattfinden – es könnten Stunden oder auch Tage dazwischenliegen! Die Kinder können gleich- oder verschiedengeschlechtlich sein und ähneln sich nur soweit wie normale Geschwister. Zweieiige Zwillinge haben zwei getrennte Mutterkuchen, es laufen also quasi zwei Schwangerschaften parallel ab. Allerdings können eng nebeneinanderliegende Mutterkuchen und Eihäute im Laufe der Schwangerschaft zusammenwachsen und sehen dann aus wie eine gemeinsame Plazenta.
Einen Sonderfall gibt es noch: Wenn zweieiige Zwillinge aus einer einzigen Eizelle entstehen, die sich kurz vor der Befruchtung mit zwei Spermien geteilt hat. Die Gene, die von der Mutter vererbt wurden, sind dann identisch, die vom Vater unterschiedlich. Wahrscheinlich ist dies der Fall bei zweieiigen Zwillingen, die sich sehr ähnlich sehen.
Im ersten Schwangerschaftsdrittel kann man noch sehr gut mit einer Ultraschalluntersuchung bestimmen, ob die Zwillinge eineiig oder zweieiig sind. Dabei achtet man vor allem auf das Chorion: Ist nur ein Chorion nachweisbar, sind es sicher eineiige Zwillinge. Ab der 16. SSW gelingt das allerdings kaum noch, weil Chorion und Amnion zu eng aneinander liegen.
Stand: 03/11, BH
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