Bei einer Terminüberschreitung (Beginn der 41. bis Ende der 42. Woche) oder sogar Übertragung (ab Ende der 42. Woche) besteht die Gefahr, dass die Plazenta nicht mehr richtig funktioniert und Ihr vollentwickeltes Kind nicht mehr hinreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen kann. Solch eine fetale Mangelversorgung ist kurzfristig meist kein Problem. Besteht sie allerdings länger, kann es zu einer kindlichen Hirnschädigung oder sogar zu einer Totgeburt führen. Wird die Schwangerschaft nicht künstlich beendet, werden die Wehen zudem langwieriger und die Geburt sehr schwierig sein.
Normalerweise wird heute in den Tagen nach dem erwarteten Geburtstermin schon etwas sorgfältiger kontrolliert, wie es dem Kind ergeht. Das Kind und seine Herztöne werden mit Ultraschall und CTG (Cardiotokographie) überwacht. Spätestens nach 10 Tagen wird Ihre Hebamme, Ihr Geburtshelfer mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen. Für eine künstliche Einleitung wird heutzutage normalerweise Prostaglandin in Gel- oder Zäpfchenform in die Vagina eingeführt. Dieser Wirkstoff sorgt dafür, dass der Muttermund allmählich weich wird und sich erweitert, und stimuliert gleichzeitig die Kontraktionen der Gebärmutter. Wenn der Muttermund bereits eröffnet ist, funktioniert die ältere Methode zum Auslösen der Wehen durch eine Blasensprengung und/oder das Legen einer intravenösen Infusion mit dem Wehenhormon Oxytocin für gewöhnlich gut.
Wenn Sie weder eine künstlich eingeleitete Geburt noch einen Kaiserschnitt wünschen, gibt es auch natürliche Methoden der Wehenstimulierung als Alternative (z.B. Brustwarzenstimulation, Akupunktur und homöopathische Mittel). Diese Art der Wehenauslösung ist jedoch meist weniger wirkungsvoll und deshalb aus medizinischer Sicht riskanter für das Baby, weil jeder Tag zählt.
Stand: 12/10, BH
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