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Risikofaktoren für eine Frühgeburt

Bei jeder Schwangeren kann es grundsätzlich zu einer Frühgeburt kommen, aus heiterem Himmel und ohne dass Komplikationen ersichtlich waren. Denn bei etwa der Hälfte aller Frühgeburten ist die Ursache unbekannt bzw. war nicht vorhersehbar.

Allerdings gibt es doch einige Risikofaktoren, die eine Frühgeburt wahrscheinlicher machen. Wenn einer oder mehrere bei Ihnen vorliegen, wird Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin oder Hebamme Sie noch gründlicher überwachen und möglicherweise häufiger als in den normalen Intervallen zu einer Vorsorgeuntersuchung einbestellen. Gründe dafür können sein:

Vor dieser Schwangerschaft:

  • Vorzeitige Wehen oder eine Frühgeburt in einer vorhergehenden Schwangerschaft
  • Mehrere Schwangerschaftsabbrüche
  • Mehr als vier Geburten
  • Rasche Schwangerschaftsfolge (weniger als ein Jahr Abstand)
  • Gebärmutterfehlbildungen oder grosse Myome
  • Frühere Operationen am Muttermund (Curettage oder Konisation)
  • Diabetes mellitus

In der jetzigen Schwangerschaft:

Allgemein:

Auf jeden Fall sollten Sie während solch einer Risikoschwangerschaft noch mehr auf sich selbst achten, denn auch Sie selbst können helfen, eine drohende Frühgeburt zu vermeiden. Bitte rauchen Sie nicht, ernähren Sie sich gesund und halten Sie mehr Ruhe ein. Schaffen Sie sich regelmässig Freiräume für Entspannungsübungen. Lassen Sie sich im Haushalt und bei der Versorgung älterer Kinder helfen, wenn nötig mit einer professionellen Haushaltshilfe. Anstrengende Reisen sollten Sie auch lieber vermeiden. Geschlechtsverkehr ist normalerweise durchaus erlaubt; durch Verwendung eines Kondoms können Sie dabei das Risiko für eine aufsteigende Infektion senken.

Wenn Sie noch keine vorzeitigen Wehen haben, können Sie als „Risikoschwangere“ weiter berufstätig sein, allerdings sind körperliche Anstrengungen wie z.B. schweres Heben und langes Stehen streng verboten. Auch Geburtsvorbereitungskurse mit entsprechender Gymnastik sind möglich, solange Sie noch keine vorzeitigen Wehen haben. Sie sollten aber die Kursleiterin über Ihre Situation informieren und einige Übungen besser auslassen oder in abgeschwächter Form mitmachen.

Bis zu einem gewissen Grade kann man sich also durchaus vor einer Frühgeburt schützen. Und der wichtigste Schritt dazu ist einfach: Frauen, die während ihrer Schwangerschaften regelmässig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen, haben wesentlich seltener Frühgeburten als Frauen, die sich nicht um sich, ihr Baby und die Untersuchungen kümmern!

Aus unserem Bereich "Häufige Fragen":

Steigt durch Geschlechtsverkehr die Gefahr einer Infektion und einer Frühgeburt?

Aus unserem Bereich "Aktuell/Wissen":

Ohne Nikotin weniger Frühgeburten

Beachten Sie dazu auch unser Experten-Interview von Prof. Dr. med Andreas R. Huber zum Thema Fibronektin - der biochemische Indikator für die Frühgeburtlichkeit.

Stand: 1/13, BH/AS

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