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Die Curettage

Bei einer Fehlgeburt in den ersten Schwangerschaftswochen wird in der Regel der ganze Embryo mit der Plazenta ausgestossen. Die Ultraschalluntersuchung zeigt dann eine leere Gebärmutter, einen "vollständigen Abort".

Ab der 9. Schwangerschaftswoche etwa verläuft ein Spontanabort nicht mehr ganz so unkompliziert. Die Plazenta haftet fester an der Innenwand der Gebärmutter. Es bleiben daher häufiger Reste des Mutterkuchens oder auch des Embryos im Uterus ("unvollständiger Abort"). Das kann unmittelbar zu starken Blutungen führen, weil sich die Gebärmutterwand nicht gut zusammenziehen und rückbilden kann. Später können fieberhafte Infektionen, Vernarbungen, Wucherungen (Polypen) und schliesslich auch Unfruchtbarkeit resultieren.

Eine Curettage ist kein grosser Eingriff. Mit einem löffelartigen Instrument wird das verbliebene Schwangerschaftsgewebe aus der Gebärmutter entfernt. Aus diesem Grunde nennt man den Eingriff im Volksmund auch Ausschabung oder Auskratzung - das klingt aber weit schlimmer als es wirklich ist. Die Curettage dauert nur wenige Minuten, wird aber meist unter Vollnarkose durchgeführt. Erst wenn die Patientin ganz wach und ihr Kreislauf stabil ist, darf sie nach Hause gehen. Körperliche Schonung für ein paar Tage sollte selbstverständlich sein.

Sobald die nach einer Curettage normalen Blutungen aufgehört haben, beginnt ein neuer Monatszyklus, der durchaus auch schon einen Eisprung enthalten kann. Mit der nächsten Schwangerschaft sollte man sich jedoch Zeit lassen - die psychische Verarbeitung braucht einige Wochen. Ärzte raten deshalb, zwischen drei und sechs Monaten mit der nächsten Schwangerschaft zu warten und solange ein wirksames Verhütungsmittel einzusetzen.

Stand: 06/11, BH



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