Als Blutung in der Spätschwangerschaft bezeichnet man eine vaginale Blutung nach der 20. Schwangerschaftswoche. Die Blutungen können die Stärke einer normalen Regelblutung erreichen und in seltenen Fällen auch stärker ausfallen. Ursache ist oft ein harmloser, lokaler Defekt am Gebärmutterhals (Polypen) oder eine Venenverletzung in der Scheide.
Diese Art von Blutung sollte nicht mit dem blutdurchsetzten Zeichnen verwechselt werden, das mit der Erweiterung des Gebärmutterhalses und dem Abgang des Schleimpfropfs in der Zervix einhergeht, also normalerweise ein paar Tage oder seltener Wochen vor dem Einsetzen der Wehen. Trifft diese Beschreibung nicht auf Ihre Blutung vor der 36. Schwangerschaftswoche zu, sollten Sie sofort Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme verständigen, denn dann sollten sofort geeignete Massnahmen getroffen werden.
Blutungen in der Spätschwangerschaft oder kurz vor der Geburt werden häufig durch eine Plazentakomplikation verursacht, wie z.B. eine tiefliegende Plazenta (Placenta praevia) oder vorzeitige Plazentalösung. Dann kann eine solche Blutung eventuell sowohl Ihre Gesundheit als auch die Ihres Kindes gefährden. Tritt eine dauernde Sauerstoffunterversorgung ein, kann es in seltenen Fällen sogar zum Tod Ihres Kindes kommen.
Blutungen in der Spätschwangerschaft kommen häufiger bei Präeklampsie oder Bluthochdruck vor. Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin wird Sie auf jeden Fall untersuchen müssen, auch wenn in fast 50 % aller Fälle wahrscheinlich keine genaue Ursache diagnostiziert werden kann.
Wenn durch die Blutung Wehen ausgelöst werden, ist eine Frühgeburt oft nicht mehr zu vermeiden.
Blutungen in der Spätschwangerschaft verlaufen meistens schmerzlos. Es kann jedoch sein, dass Sie einen eindeutig identifizierbaren Schmerz im Unterleib verspüren, wenn sich Ihre Plazenta teilweise von der Gebärmutter ablöst (vorzeitige Plazentalösung). Dies muss sofort ärztlich behandelt werden.
Stand: 06/11, BH
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