Der Ischiasschmerz (Ischialgie) gehört zwar nicht zu den „klassischen“ Schwangerschaftsbeschwerden, aber selten ist er auch nicht gerade. Vor allem gegen Ende der Schwangerschaft, wenn die Gebärmutter schon wieder etwas tiefer getreten ist, drückt der Kopf des Kindes auf den Ischiasnerv. Dann spüren Sie den typischen Schmerz, der von der Leistengegend über die Hinterseite des Oberschenkels und manchmal sogar bis zu den Fussspitzen ausstrahlt. Dies kann begleitet sein von Kribbeln oder Taubheitsgefühlen, Empfindungsstörungen oder Lähmungserscheinungen.
Wichtigste Sofortmassnahme bei Ischias-Schmerzen ist die Entlastung der Wirbelsäule z. B. durch Abstützen auf ein Möbelstück. Danach legen Sie sich vorsichtig hin. Bewährt hat sich die Stufenbettlagerung, d. h., man legt sich auf den Rücken, beugt Hüft- und Kniegelenk im rechten Winkel und lagert die Unterschenkel auf einem Kissenstapel. So werden die Lendenwirbel entlastet. Eine Wärmflasche oder Einreiben mit durchblutungsfördernder Salbe oder Gel kann auch helfen.
Zur Schmerzlinderung gibt es Arzneimittel, die auch in der Schwangerschaft erlaubt sind. Paracetamol ist dabei das Mittel der ersten Wahl. Ibuprofen und Acetylsalicylsäure sollten im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht mehr eingesetzt werden. Bei extremen Schmerzen ist auch die Injektion bestimmter Schmerzmittel erlaubt. Auf jeden Fall aber muss auch in der Schwangerschaft eine neurologische oder orthopädische Ursache eindeutig ausgeschlossen werden.
Stand: 10/09, BH
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