Während jeder Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft wird eine Urinprobe auf Eiweiss und Nitrit sowie weisse Blutkörperchen (Leukozyten) untersucht.
Nicht selten, vor allem in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft, wird dabei eine Vermehrung von Bakterien im Harn (Bakteriurie) festgestellt. Das liegt einerseits an dem veränderten pH-Wert des Urins während der Schwangerschaft. Andererseits drückt die vergrösserte Gebärmutter auf die ableitenden Harnwege, und das Hormon Progesteron vermindert die Beweglichkeit von Darm und Harnleiter. So staut sich der Urin leichter und Bakterien können sich ungestört vermehren, was zu einer - oft unbemerkten - Blaseninfektion führt.
Eine aufsteigende Harnwegsinfektion kann sowohl eine gefährliche Nierenbeckenentzündung (Schwangerschaftspyelonephritis) als auch vorzeitige Wehen nach sich ziehen. Deshalb sollten alle Harnwegsinfekte, auch wenn sie keine Beschwerden verursachen, antibiotisch behandelt werden.
Stand: 12/09, BH
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