Fast alle Schwangeren beklagen sich über Vergesslichkeit. Humorvolle und erfahrene Mütter reden sogar von der "Schwangerschaftsdemenz" oder "Stilldemenz".
Und das scheint keine Einbildung zu sein. Forscher haben Hinweise dafür gefunden, dass die Hirnmasse von Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel etwas „schrumpft“ – nach der Entbindung aber wieder zunimmt.
Aus psychologischen Studien ist schon lange bekannt, dass Schwangere eine reduzierte Wahrnehmung haben und sowohl ihr Kurz- als auch Langzeitgedächtnis und ihre Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt sind. Theorien über die Ursache dieses Phänomens gibt es viele, aber keine ist bisher unumstritten. Experten vermuten einerseits eine Überflutung von Gefühlen - Freude und Angst können sich stark und schnell abwechseln - während der Schwangerschaft, welche das Hirn am logisch denken "hindert" oder unwichtiges ausblendet. Andererseits setzt eine häufige Unterbrechung des Nachtschlafs die Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit herab. Der Tiefschlaf mit den REM-Phasen ist normalerweise dafür verantwortlich, Gedächtnisinhalte zu verfestigen.
Nach der Geburt geht es weiter: Auch Stillende sind noch nicht wieder ganz auf der Höhe ihrer Hirnleistung. Die Vergesslichkeit in der Stillphase wird - zusätzlich zu den oben genannten Ursachen - auf die Ausschüttung des Milchbildungshormons Prolaktin zurückgeführt. Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann vergesslich, unkonzentriert oder auch ängstlich machen. Aber er lässt auch vergangene Geburtsschmerzen vergessen.
Nehmen wir es als gute Laune der Natur, werdende Mütter nicht mit den Nebensächlichkeiten des Lebens zu überfordern! Schliesslich müssen sie sich ja schon auf die allerwichtigste Aufgabe der Welt konzentrieren: Ein Kind wachsen zu lassen und auf die Welt zu bringen.
Stand: 10/10, BH
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