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Besuch in der gynäkologischen Praxis

Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin über Ihren Kinderwunsch. Denn viele Hinweise auf Risiken in der Schwangerschaft oder eine möglicherweise bestehende Unfruchtbarkeit  können schon  vorher erkannt und meist auch behoben werden. Anzeichen dafür können zum Beispiel sein: Unregelmässigkeiten im Monatszyklus, starke Regelschmerzen oder häufiger Ausfluss.

Es können auch organische Hindernisse sein, die bei einer Tastuntersuchung entdeckt werden und Ihrem Kinderwunsch vielleicht im Wege stehen. Wie zum Beispiel Myome: Diese gutartigen Gebärmuttergeschwülste lassen sich - wenn überhaupt notwendig - oft mit einem kleinen operativen Eingriff entfernen. Ausserdem kann die Gynäkologin, der Gynäkologe überprüfen, ob Unterleibsinfektionen bestehen, die vorab behandelt werden sollten.

Empfehlenswert ist ausserdem eine Krebsvorsorgeuntersuchung. Bei einem auffälligen Befund im Abstrich wird Ihnen wahrscheinlich geraten, den Kinderwunsch noch etwas aufzuschieben, bis die Zellen am Muttermund wieder normal sind.

Bringen Sie Ihren Impfpass zur Beratung mit und bringen Sie in Erfahrung, welche Kinderkrankheiten Sie schon gehabt haben. Besonders wichtig ist der Schutz gegen Röteln. Denn eine Rötelnerkrankung während der Schwangerschaft kann schwere gesundheitliche Folgen für das Baby haben. Zeigt der Test, dass Sie zum Beispiel noch nie an Röteln erkrankt waren, also auch keine Antikörper dagegen gebildet haben, ist es jetzt, bevor Sie schwanger werden, höchste Zeit für eine Schutzimpfung. Dazu wird an zwei Terminen der kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (MMR) verabreicht. Drei Monate nach dieser Impfung sollten Sie aber dann möglichst nicht schwanger werden. Dasselbe gilt für den Impfschutz vor Windpocken (Varicellen), Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie. Eine Impfung zum Schutz vor Influenza ist ebenfalls empfehlenswert, da eine echte Grippe mit hohem Fieber u.U. eine Fehlgeburt auslösen kann. Das gilt auch für die Schweinegrippe.

Durch eine Blutuntersuchung kann darüber hinaus festgestellt werden, ob Sie genügend Abwehrstoffe ( Antikörper ) gegen weitere bestimmte Infektionskrankheiten haben, die dem ungeborenen Kind schaden können.  (z.B. Toxoplasmose, Hepatitis B, Zytomegalie, Genital-HerpesAIDS).

Wenn Sie akute oder chronische Gesundheitsprobleme haben (z.B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Funktionsstörungen der Schilddrüse, Epilepsie, Bronchial-Asthma, Rheuma, Allergien, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Zöliakie, Multiple Sklerose oder Erkrankungen von Herz, Nieren und Leber) oder eine Krebserkrankung durchgemacht haben, sollten Sie dies schon vor der Schwangerschaft dem Frauenarzt oder der Frauenärztin mitteilen. Möglicherweise muss die medikamentöse Behandlung - in Absprache mit den internistischen Kollegen oder dem Hausarzt - aus Rücksicht auf das Ungeborene etwas geändert werden. Das bedeutet nicht, dass für Sie dadurch Nachteile entstehen müssen. Eine humangenetische Beratung bezüglich gefährlicher Medikamente kann dann sinnvoll sein und Sie beruhigen. Auf Arzneimittel, die nicht ärztlich angeordnet sind, sollten Sie jetzt am besten ganz verzichten oder die Einnahme beim Gespräch in der Praxis diskutieren.

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Stand: 11/09, BH

 

 



 

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