Die häufigste Komplikation der hormonellen Stimulationsbehandlung zur Behandlung von Unfruchtbarkeit ist die Mehrlingsschwangerschaft mit den entsprechenden Risiken während der Schwangerschaft und der Geburt. Zwillingsschwangerschaften kommen in etwa 12 bis 15% der Behandlungen vor, Drillingsschwangerschaften in etwa 1-3%.
Daneben sind Überreaktionen auf die hormonelle Stimulationsbehandlung die zweithäufigste Komplikation. Es handelt sich hierbei um das sogenannte ovarielle Überstimulationssyndrom (Hyperstimulation), selten unter der Behandlung mit Clomifen, häufiger bei Gonadotropin-Stimulation. Die Eierstöcke, die wochenlang üpberhaupt nicht auf die Behandlung reagiert haben, schwellen plötzlich stark an und lassen im Extremfall bis zu 30 Eizellen reifen. Daraus können sich Zysten entwickeln, die grosse Mengen Östrogen produzieren. Das geht einher mit Erbrechen, Einlagerungen von Wasser im ganzen Körper, besonders in der Bauchhöhle, Bildung von Blutgerinnseln. Schlimmstenfalls kann es sogar zum Kreislaufkollaps und zum Nierenversagen kommen, und eine stationäre Behandlung ist angebracht. Bestimmte Frauen sind für diese Komplikation besonders anfällig. In gewissem Ausmass kann man durch Voruntersuchungen herausfinden, ob Sie dazu gehören.
Eine derartige Überstimulation der Eierstöcke kann auch am Anfang der erhofften Schwangerschaft durch die Wirkung des Schwangerschaftshormons auftreten. Die Schwangerschaft oder das sich entwickelnde Kind sind dadurch jedoch nicht gefährdet.
Stand: 04/11, BH
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