Störungen nach der Befruchtung

 

Der frühe Embryo kann noch vor der Einnistung aufgrund ererbter oder spontan entstandener Entwicklungsstörungen absterben. Oft ist auch die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend auf die Aufnahme des Embryos vorbereitet. 

 

Die Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz) ist eine der am häufigsten gestellten Diagnosen bei der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit. Nach dem Eisprung  kommt es zu einer ungenügenden Produktion von Gelbkörperhormon (Progesteron). Da das Gelbkörperhormon für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des Embryos verantwortlich und auch zur Erhaltung der Schwangerschaft wichtig ist, kommt es bei Progesteronmangel leicht zu einer sehr frühen Fehlgeburt. Die Symptome der Gelbkörperschwäche sind eine verkürzte zweite Zyklushälfte bei regelmässigem Eisprung. Der Blutspiegel des Gelbkörperhormons in der zweiten Zyklushälfte ist erniedrigt. Die Gelbkörperinsuffizienz ist keine eigenständige Erkrankung. Letztlich ist sie die Folge einer unzureichenden Follikelreifung, denn aus dem Eibläschen entsteht nach dem Eisprung ja der Gelbkörper. Als Behandlung ist daher eine Unterstützung der Follikelreifung sehr erfolgversprechend. Die Gabe von Hormonen zur Unterstützung der Eibläschenentwicklung führt gleichzeitig zu einer Verbesserung der Gelbkörperfunktion. Auch der von den Östrogenen und dem Gelbkörperhormon abhängige Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird dadurch unterstützt.

 

Die Einnistung in der Gebärmutter ist auch erschwert, wenn eine Endometriose  oder grössere Myome die Durchblutung stören. Myome sind gutartige Muskelgeschwulste, die in der Wand oder in der Schleimhaut der Gebärmutter liegen. Es können sich auch deutliche Vernarbungen im Bereich der Gebärmutter gebildet haben, z. B. durch eine Infektion oder durch häufige Ausschabungen (Curettagen) nach Schwangerschaftsabbrüchen oder Fehlgeburten.

 

Schliesslich gibt es noch Frauen, die unter einer angeborenen Fehlbildung der Gebärmutter leiden. Solche Fehlbildungen verhindern häufig das Austragen eines gesunden Kindes, weil es - je nach Ausmass - schon früh zu Fehlgeburten kommen kann. Immer dann, wenn ein Verdacht auf eine anatomische Störung in der Gebärmutterhöhle besteht, wird eine Uterusspiegelung (meistens in Narkose) durchgeführt. Ein dünnes optisches Instrument, der Gebärmutterspiegel ( Hysteroskop ), wird durch die Scheide und den Muttermund in die Gebärmutterhöhle eingeführt und der Arzt oder die Ärztin kann dann das Innere der Gebärmutter direkt betrachten. Dieser Eingriff wird auch zur Abklärung möglicher Ursachen für wiederholte Fehlgeburten vorgenommen.

 

Es gibt seltener auch Fälle, in denen das immunologische Abwehrsystem der Mutter den Embryo als Fremdeiweiss erkennt und abstösst.

 

Stand: 04/09, BH

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