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Das Spermiogramm

Der Samen des Partners muss nach einer Karenzzeit von 5 Tagen, an denen kein Geschlechtsverkehr stattfinden sollte, innerhalb von ca. einer Stunde nach Gewinnung durch Masturbation zur Analyse abgegeben werden. Bei zu langer Wartezeit zwischen Abgabe der Probe und Analyse verschlechtert sich rasch die Beweglichkeit der Samenfäden. Insofern ist die Gewinnung direkt in der Praxis oder im Spital optimal. Das Ejakulat kann aber auch in einem gereinigten, keimfreien Laborglas, das Ihnen vorher dafür mitgegeben wird, möglichst schnell von zu Hause gebracht werden. Wichtig ist auch, dass der Transport "körperwarm", am besten in der Hosentasche, erfolgt.

Das Sperma wird in einem Speziallabor mikroskopisch untersucht (Spermiogramm oder Ejakulatanalyse). Dabei achtet man neben anderen Werten vor allem auf

  • das Volumen der Probe (2 ml oder mehr ist normal),
  • die Zahl der Samenzellen (mindestens 20 Millionen/ml),
  • ihre Beweglichkeit (mindestens 50% bewegen sich vorwärts, 25% bewegen sich rasch vorwärts) und
  • ihre Beschaffenheit (mindestens 15% sollten "normal" geformt sein).

Da die Samenqualität auch bei normal fruchtbaren Männern enorm schwanken kann, ist eigentlich immer eine zweite Untersuchungen nach drei Monaten nötig, denn eine Probe allein spiegelt nur den momentanen Zustand der Zeugungsfähigkeit wider. Andererseits: Die männliche Zeugungsfähigkeit sollte nicht nur allein aufgrund des Spermiogramms beurteilt werden, da auch bei dauerhaft gestörter Spermienqualität durchaus Schwangerschaften eintreten können – nur eben nicht so häufig. Und umgekehrt kann eine Schwangerschaft bei offensichtlich normaler Spermienqualität ausbleiben. Wichtig ist deshalb zusätzlich auch immer die körperliche Untersuchung (u.a. auch mit Ultraschall) der männlichen Geschlechtsorgane. Wenn Sie regelmässig Medikamente einnehmen, müssen Sie dies unbedingt bei Abgabe des Ejakulats erwähnen.

Bei sehr schlechter Spermienqualität kann zusätzlich eine Untersuchung am Erbgut sinnvoll sein, da gewisse genetische Erkrankungen sich auch in Veränderungen der Samenqualität und –anzahl zeigen können. So muss unter anderem eine Veranlagung zur Vererbung der cystischen Fibrose  (CF) oder Mukoviszidose ausgeschlossen werden. Die Mukoviszidose ist eine relativ häufig auftretende Erbkrankheit, die eine Eindickung des Sekretes der Schleimhäute bewirkt, was vor allem die Funktion von Lunge und Bauchspeicheldrüse, aber auch die Qualität des Spermas beeinträchtigt.

In sehr seltenen Fällen muss manchmal eine Hoden- oder Nebenhodenbiopsie durchgeführt werden, um Spermien für eine künstliche Befruchtung zu gewinnen (MESA oder TESE). Nur zur Diagnostik sollten diese aufwändigen Eingriffe nach Meinung der meisten Experten aber nicht vorgenommen werden.

Stand: 11/08, BH



 

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