Viele Kinder wachsen heute in einer Familie auf, in der mehrere Sprachen gesprochen werden, meist weil die Eltern eine andere Muttersprache haben. Zwei- oder sogar Mehrsprachigkeit kann für das Kind später sehr vorteilhaft sein. Es spricht nichts dagegen, sie von Anfang an zu fördern, denn in keiner anderen Lebensphase lernt man Sprachen so leicht wie in der Vorschulzeit.
Allerdings kann eine mehrsprachige Umgebung zunächst dazu führen, dass sich der Spracherwerb etwas verzögert. Die Kinder haben einen kleineren Wortschatz und sprechen einfachere Sätze als ihre Altersgenossen. Diesen Rückstand holen sie aber in der Regel bis zum Schuleintritt auf.
Eltern sollten mit dem Kind immer konsequent in ihrer eigenen Muttersprache sprechen. So kann sich das Kind darauf einstellen und davon profitieren. Eine Vermischung führt zu Verwirrung und Überforderung. Gleichzeitig sollte aber eine Sprache als "Hauptsprache" in der Familie gelten, die benutzt wird, wenn alle Familienmitglieder beisammen sind.
Untersuchungen haben gezeigt, dass eine fremdsprachige Hauptbetreuungsperson (meist die Mutter) zusammen mit Kindergarten oder Spielkameraden in der Landesprache die unkomplizierteste Sprachentwicklung zulässt. Ist dagegen der Elternteil, der nur abends oder an den Wochenenden daheim ist, aus einem anderen Sprachraum, kann sich diese Fremdsprache nur schwer durchsetzen. Und eher problematisch wird von Fachleuten gesehen, wenn ein Elternteil eine andere als seine eigene Muttersprache vermitteln will.
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