Ihr Kleines folgt Ihnen auf Schritt und Tritt und flüchtet bei jeder möglichen und unmöglichen Situation hinter Ihre Beine? Dann ist es wohl schüchtern – und das wird sie hie und da gewaltig nerven.
Es ist allerdings nicht abnormal, wenn Kinder die Nähe ihrer Mutter oder einer anderen festen Bezugsperson suchen, um sich an neue und ungewohnte Situationen zu gewöhnen. Allerdings sollte Ihr Kind spätestens im Kindergartenalter in der Lage sein, für mehrere Stunden die Trennung auszuhalten. Denn Schüchternheit ist nicht die Eigenschaft eines wohlerzogenen Kindes. Vielmehr ist es eine Falle, in der es gefangen ist und aus der es keinen Ausweg sieht. Schüchterne Kinder wirken darum verunsichert, bewegen sich nur vorsichtig und machen allenthalben einen ängstlichen Eindruck. Schüchternheit hält sich oft deshalb so hartnäckig, weil die Eltern ihr zu viel Aufmerksamkeit schenken. Kinder sollten Erwachsenen gegenüber nur dann Scheu zeigen, wenn die Eltern nicht dabei sind oder wenn etwas nicht stimmt, eine Gefährdung in der Luft liegt. Schüchternheit ist immer auch ein Hinweis auf mangelndes Selbstvertrauen.
Ob ein Kind ein starkes Selbstvertrauen entwickeln kann, hängt davon ab, wie sicher es sich fühlt. Kinder können aus eigenem Antrieb eine ganze Menge leisten. Wenn man sie lässt, können sie dadurch ein starkes Ich-Gefühl entwickeln. Gleichzeitig aber brauchen sie den Rückhalt der Eltern, besonders dann, wenn sie an Grenzen stossen oder sich in Gefahr befinden. Eltern können viel dazu beitragen, damit Kinder ein starkes Selbstvertrauen entwickeln können. Es ist allerdings immer eine Gratwanderung zwischen Überbehüten und Alleinlassen. Die Kunst ist es, loszulassen und dennoch verfügbar zu sein, und dem Kind so zu zeigen: Ich bin immer für dich da, wenn du Hilfe brauchst.
Schüchternheit entsteht, wenn ein Kind ...
Selbstvertrauen entsteht, wenn ein Kind…
Stand: 03/07, VZ
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