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Sechs brennende Fragen zum Thema Kita & Co

Das eigene Kind für mehrere Stunden einer fremden Person anzuvertrauen, ist nicht nur für das Kind sondern auch für die Eltern ein Härtetest. Immer wieder tauchen im Zusammenhang mit Spielgruppen, Horten, Krippen oder Kitas Zweifel und Fragen auf.

1. Das Kind fühlt sich wohl – wird es aber richtig gefördert?

Ob Spielgruppe oder Kita, ob Hort oder Krippe: Eine gute Kinderbetreuung basiert vor allem auf zwei Pfeilern: Erstens muss der Umgang mit den Kindern liebevoll sein. Und zweitens sollten sowohl drinnen als auch draussen genügend und abwechslungsreiche Angebote stehen. Ausserdem ist es sicher sehr gut, wenn die Leiterinnen regelmässig gemeinsame Aktivitäten und Unternehmungen anbieten – das fördert vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl, das soziale Lernen also.

2. Zu viele Praktikantinnen und zu wenig Gelernte?

Es kann vorkommen, dass in der Krippe oder in der Kita zeitweise viele Praktikantinnen anzutreffen sind – diese müssen schliesslich die Möglichkeit haben, ihre Erfahrungen zu sammeln. Das ist aber nur dann in Ordnung, wenn nebenbei genügend Fachkräfte die Verantwortung mittragen. Dass eine Praktikantin ohne Begleitung einer ausgebildeten Betreuerin über längere Zeit eine Kindergruppe betreut, muss nicht akzeptiert werden.

3. Wird mein Kind richtig versorgt?

Windeln wechseln, Kappe oder Sonnenhut anziehen, die Schuhe wechseln, trockene Kleider anziehen, wenn mal was daneben ging: Das sind alles Dinge, welche Sie von den Betreuerinnen erwarten können. In der Regel wird dies bestimmt auch klappen. Sollte es aber vorkommen, dass Sie Ihr Kind im Kita-Garten regelmässig ohne entsprechende Kleidung antreffen oder die Windel immer voll ist, wenn Sie Ihr Kind abholen, dann dürfen Sie das ruhig sagen.

4. Was ist, wenn das Kind das Kita-Essen nicht mag?

Orte, wo Kinder betreut werden, achten in der Regel sehr auf gesunde und ausgewogene Kost. Da kann es auch vorkommen, dass Ihr Kind das eine oder andere mal nicht mag. Das ist kein Grund, Druck auf das Kind auszuüben. Stellen Sie fest, dass das Kind grundsätzlich nichts isst, dann sprechen Sie mit der Erzieherin, lassen Sie sich Einblick in den Menüplan gewähren. Fehlt Ihrer Meinung nach etwas auf dem Speiseplan oder stellen Sie eventuell fest, dass die Kinder zu viel Süsses erhalten, dann melden Sie Ihre Bedenken an. Wenn das Problem nicht bei der Menüwahl liegt, dann versuchen Sie in einem sachlichen Gespräch mit der Erzieherin herauszufinden, woran das Verhalten Ihres Kindes sonst liegen könnte. Wird es abgelenkt durch die anderen? Ist die Stimmung bei Tisch nicht gut? In der Regel ist es aber so, dass sich solche Startschwierigkeiten nach einer Weile wie von selber lösen.

5. Was tun, wenn das Kind weint?

Zum obigen Stichwort „Startschwierigkeiten“ passt auch das Problem, dass ein Kind weint, wenn Sie es in den Hort oder die Spielgruppe bringen. Das ist anfangs normal – und meist trocknen die Abschiedstränen sehr schnell. Bei Kindern unter drei Jahren kann es aber schon sein, dass der Abschiedsschmerz zu gross ist – helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie sich anfangs viel Zeit nehmen, um es am fremden Ort einzugewöhnen. Bleiben Sie bei ihm, ohne aber dabei Ihre eigenen Ängste auf das Kind zu projizieren, denn dies wiederum würde das Verhalten des Kindes negativ beeinflussen.

6. Ist mein Kind einsam in der Spielgruppe?

Es gibt Kinder, die eher zurückgezogen und schüchtern sind. Solche Kinder werden es in der Regel, zumindest aber am Anfang, schwieriger haben , Kontakte zu anderen zu knüpfen. Wirkt ihr Kind aber trotz einem eher aufgeschlossenen und fröhlichen Naturell über längere Zeit verschlossen, dann fühlt es sich in der bestehenden Gruppe vielleicht wirklich nicht wohl. Bevor Sie aber gleich die Flinte ins Korn werfen und einen Wechsel der Gruppe anstreben, suchen Sie erst das Gespräch mit der Betreuerin. Meist ist es so, dass sich auch solche Probleme nach einer gewissen Eingewöhnungsphase ergeben.

Lesen Sie hierzu auch das Interview "Externe Kinderbetreuung heute" mit Ulla Grob-Menges und beachten Sie die swissmom-Linksammlung, Kategorie "Kinderbetreuung".

Die neuesten Erkenntnisse zur gesundheitlichen Auswirkung von auswärtiger Kinderbetreuung finden Sie hier:
Krippenkinder: Öfter erkältet, aber seltener allergisch

Stand: 08/10, VZ/BH



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