Normalerweise können es Kinder kaum erwarten, bis das Baby, ihr Geschwisterchen, auf die Welt kommt. Sie zeigen schon früh Interesse am wachsenden Bauch und den Bewegungen, die sie durch die Bauchdecke spüren können. Erklären Sie jetzt alles, wonach ihr Kind fragt und lassen Sie es auch einmal bei einer Vorsorgeuntersuchung dabei sein. Nehmen Sie eventuell Kinderbücher zu Hilfe, die sich mit dem Thema „Ich bekomme ein Brüderchen/Schwesterchen“ beschäftigen. Es gibt sie inzwischen in allen Buchhandlungen in grosser Auswahl und für alle Altersgruppen. Das gemeinsame Lesen dieser Geschichten kann sehr gut vorbereiten auf die Zeit, wenn das Baby da ist und sich alle in der Familie in ein neues Zusammenspiel fügen müssen, bis sie wieder ein richtig gutes Team sind.
Manche Kinder zeigen schon während der Schwangerschaft Eifersucht auf das Geschwisterkind. Dann sollte man, so gut es geht, auf mögliche Ängste eingehen und das Kind in die Vorbereitungen auf die Zeit nach der Geburt mit einbeziehen.
Während der Schwangerschaft ist auch eine gute Zeit, das Selbstbewusstsein des älteren Kindes zu stärken, beispielsweise mit dem Besuch des Kindergartens oder einer Kinderkrippe. Auf keinen Fall sollte das gleich nach der Geburt geschehen, Ihr älteres Kind fühlt sich sonst abgeschoben! Auch das Babybettchen sollte schon lange vor der Geburt den Besitzer wechseln. Versuchen Sie, dem älteren Kind das Gefühl zu geben, dass es noch genauso wichtig ist für Sie, auch wenn Sie bald viel Zeit für das Baby aufbringen müssen. Ein wichtiger Satz in dieser Zeit ist "Ich hab Dich lieb". Und der zweitwichtigste "Das Baby hat Dich auch lieb".
Im Spital wird das Kind zum ersten Mal das neue Baby sehen. Erwarten Sie aber nicht, dass es sein Geschwisterchen auch schon richtig wahrnimmt. Wahrscheinlich ist seine wichtigste Frage: "Mami, wann kommst Du heim?" Geben Sie ihm eine Extraportion Schmuseeinheiten oder lesen Sie ihm eine kurze Geschichte vor, eng aneinandergekuschelt.
Wenn Sie heimkommen:
Für Väter ist die zweite Schwangerschaft eine Möglichkeit, mit dem erstgeborenen Kind eine intensivere Beziehung aufzubauen. Der Vater fördert dabei Fähigkeiten, die das Kind selbst mit dem Grösserwerden in Verbindung bringt und es mit Stolz erfüllt (zum Beispiel Sport, eher technisch orientierte Spiele). Und genügend Zeit für Schmusen und Zärtlichkeit sollte sowieso immer da sein.
Interessante Informationen zur Geschwisterbindung finden Sie hier.
Stand: 02/11, AG
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