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Die „Krippe Grosi“

Umfragen und Studien zeigen es deutlich: Ohne die „Krippe Grosi“ stünde bezüglich Kinderbetreuung vieles still. In der Schweiz werden mehr als die Hälfte der Kinder, die einen Betreuungsplatz brauchen, von Verwandten, insbesondere aber von den Grossmüttern/Grosseltern betreut. Gerade auf dem Lande, wo die verschiedenen Generationen meist in der Nähe leben und Krippen und Horte Mangelware sind, greifen die Eltern oft aufs Grosi zurück. 

Das hat viele Vorteile:

  • So viel Liebe wie beim Grosi erfährt ein Kind von keinem Profi.
  • In der Regel entfallen die Eingewöhnungsschwierigkeiten, weil das Kind seine Grosseltern kennt
  • Die Betreuungszeiten können meist flexibel abgestimmt werden.
  • Das Kind lernt viel darüber, wie das Leben in der Familie funktioniert und wie es ist, alt zu sein. Und es interessiert sich mit zunehmendem Alter brennend für die Geschichten, die Grosi von früher zu erzählen weiss.
  • Die Grosi-Lösung kostet normalerweise nichts.
  • Grossmütter sind oft gut, wenn es darum geht, Konflikte zwischen dem Kind und seinen Eltern als Schiedsrichter zu schlichten.

Doch das Ganze kann auch Nachteile mit sich bringen:

  • Allzu grosse Vertrautheit macht sachliche Diskussionen, zum Beispiel über die richtige Erziehung, oft unmöglich.
  • Manchmal tauchen Konflikte aus der eigenen Kindheit wieder auf – die Stimmung kann sich dadurch abrupt verschlechtern
  • Der Lebensstil älterer Menschen und das Fehlen gleichaltriger Freunde kann dazu führen, dass die betreuten Kleinkinder nicht immer die Anregung bekommen, die sie brauchen.

Falls Sie sich dazu entscheiden, Ihr Kind von den Grosseltern betreuen zu lassen, dann sollten Sie sich einige Dinge bewusst machen und vor dem Hüten klären:

  • Grossmütter und Grossväter tragen für ihre Enkel keine Verantwortung in der Erziehung. Sie können daher viel gelassener sein und die Kleinen auch einmal verwöhnen.
  • Trotzdem sollten Sie sich an die Erziehungsregeln der Eltern halten.
  • Sprechen Sie offen über die Dinge, die Ihnen wichtig sind - sei es bezüglich Konsum von Süssem oder dem Thema Mittagsschlaf oder der Versuchung, das Grosi um den Finger zu wickeln und etwas mehr fernzusehen als daheim erlaubt ist.
  • Auch wenn keine Grossmutter ihren Enkel des Geldes wegen betreut - über ein kleines Präsentchen freut sich das Grosi bestimmt hin und wieder. 

Lesen Sie auch hier:
Die neuen Grosseltern

Unser BuchtippErzähl mir was! Das grosse Vorlesebuch für Grosseltern und Enkel. 
                               Herder Verlag 2010

Stand: 01/12, VZ, AG

 



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