Bei der Geburt haben Babys einen gewissen natürlichen "Nestschutz" vor Infektionskrankheiten. Aber spätestens nach wenigen Monaten muss sich der kleine Organismus ein eigenes Abwehrsystem aufbauen. Dies kann man ihm erleichtern, indem man ihn durch eine Impfung zur Abwehrreaktion stimuliert. Eine "aktive" Schutzimpfung bringt den Körper mit einem bestimmten Krankheitserreger in Kontakt regt ihn dazu an, spezifische Abwehrstoffe zu bilden. Dies schützt vor einem Ausbruch der Erkrankung. Der Körper ist sozusagen immun. Bei einer "passiven" Immunisierung werden die Antikörper gegen bestimmte Erreger direkt verabreicht. Das ist notwendig, wenn der Körper schon angesteckt ist und zu wenig Zeit hatte, sich den Schutz selbst aufzubauen.
Gegen einige Krankheiten kann man den Körper lebenslang immunisieren. Bei anderen Infektionskrankheiten muss der Schutz von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden. Und bestimmte Schutzimpfungen müssen in zwei bis drei Stufen gegeben werden, bis der Schutz sich vollständig aufgebaut hat.
In der Schweiz gibt es keine generelle Impfpflicht. Nur einzelne Kantone verlangen die Impfungen gegen Diphtherie (FR, GE, NE, TI) oder Tetanus, den gefährlichen Starrkrampf (FR). Kinderärzte und Kinderärztinnen empfehlen nach dem ersten Lebensjahr jedoch unbedingt die folgenden Impfungen, weil die Vorteile gegenüber den Nachteilen (Nebenwirkungen, seltene Komplikationen) deutlich überwiegen:
Sollten Sie mit Ihrem Kind in andere Länder verreisen, besprechen Sie die dort bestehenden Impfempfehlungen mit Ihrem Kinderarzt, Ihrer Kinderärztin.
Es gibt nur wenige Gründe, eine Schutzimpfung zu verschieben. Wird ein Impftermin verschoben, sollten grundsätzlich immer mindestens 4 Wochen zwischen den Impfungen mit einem Lebendimpfstoff liegen. Vor sogenannten Impf-Lücken brauchen Sie keine Angst zu haben. Es gibt keine zu grossen Abstände zwischen den Impfungen. Jede Impfung gilt! Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung braucht nicht wieder neu begonnen zu werden.
Lassen Sie sich den Impftermin am Anfang der Woche geben. So können Sie die Praxis gut erreichen, falls Ihr Kind unter unerwarteten Nebenwirkungen leiden sollte. Weitere Tipps, wie Sie Ihrem Kind Angst und Schmerz beim Impfen erleichtern können.
Aktuelle Informationen und einen Impfplan des Bundesamts für Gesundheit finden Sie unter:
www.sichimpfen.ch
Stand: 03/11, BH/AS
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