Die Zecke (auch Holzbock genannt) ist kleiner als ein Stecknadelkopf und wartet im Unterholz von Waldwegen oder in feuchten Gegenden auf geeignete Opfer. Dann sticht sie unbemerkt zu und saugt sich mit Blut voll. Meist bemerkt man das erst, wenn die Zecke schon auf ein Mehrfaches ihrer ursprünglichen Grösse angeschwollen ist. Aktiv sind die Zecken im Frühling (vor allem, wenn ein feuchter Sommer auf einen milden Winter folgt) und im Herbst, weniger im Hochsommer, wenn es heiss und trocken ist.
Das klassische Zeckengebiet ist die Nordostschweiz. Über 1‘500 m.ü.M finden sich keine Zecken in der Schweiz.
Zeckenbissen bei Kindern kann man durch einfache Massnahmen vorbeugen. Erschweren Sie den Zecken den direkten Zugang zur Haut. Kinder sollten beim Waldspaziergang und beim Spielen in Unterholz und hohem Gras lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen. Auf heller Kleidung kann man Zecken deutlicher erkennen. Auch ein Anti-Zeckenspray empfiehlt sich. Nach dem Spaziergang sollten sie den Körper kontrollieren, vor allem in den Kniekehlen, der Schamgegend, den Achselhöhlen und auf den Schultern. Gerne setzen sich Zecken auch auf der Kopfhaut (hinter den Ohren) und am Haaransatz fest.
Wenn Sie eine Zecke entdecken, sollte sie möglichst bald entfernt werden. Greifen Sie sie möglichst hautnah mit einer Pinzette und ziehen Sie - ohne zu quetschen - mit einer möglichst raschen Bewegung nach oben. Sollte der Zeckenkopf dabei abbrechen, kann eine kleine eitrige Entzündung entstehen. Ansonsten ist das harmlos, denn im Kopfbereich sitzen kaum Erreger. Die Erreger befinden sich eher im Hinterkörper, weshalb man weder quetschen noch mit Öl vorbehandeln darf. Noch schonender geht die Entfernung mit einer sogenannten Zeckenkarte. Die Stichstelle sollte danach desinfiziert und das Datum im Kalender notiert werden. Einige Fachleute empfehlen sogar, die Zecke aufzubewahren, um später einen eindeutigen Erregernachweis führen zu können. Auch wenn die meisten Zeckenstiche problemlos abheilen, sollte man den an sich harmlosen Vorfall in den folgenden Wochen keinesfalls vergessen.
Ein Zeckenstich kann nämlich Folgen haben: Zecken können sowohl die Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) als auch die Lyme-Borreliose übertragen. Wenn Sie bei Ihrem Kind die folgenden Symptome bemerken, sollten Sie es ärztlich untersuchen lassen:
Eine Impfung schützt vor der FSME, jedoch nicht vor der Borreliose. Sie muss dreimal wiederholt werden und hält etwa fünf Jahre. Sinnvoll ist diese Impfung v.a. für Schulkinder und Eltern, die am Waldrand wohnen. Dringend empfohlen wird sie vom BAG den Bewohnern der Schweizer Endemiegebiete.
Es gab früher eine passive Impfung gegen FSME (Immunglobuline), die die Erreger auch nach dem Stich abfangen konnte (postexponentielle Impfung). Sie ist heute für Kinder nicht mehr zugelassen. Es hat sich herausgestellt, dass mit dieser passiven Immunisierung die Rate an bleibenden neurologischen Folgeschäden bei Kindern unter sechs Jahren höher war als ohne. Dies hat aber keinen Einfluss auf die Impfempfehlung für die aktive Impfung.
Weitere Informationen finden Sie unter www.zecken.ch.
Stand: 05/12, BH
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