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Wachstumsschmerzen

Bildquelle: DGKViele Kinder leiden im dritten und vierten Lebensjahr an diffusen Schmerzen in den Beinen, manche sogar bis zur Pubertät. Oft werden sie nicht recht ernstgenommen. Doch eingebildet sind sie nicht, nur schwer zu erkennen. Meist beginnen die Attacken abends, wenn das Kind schlafen soll. Es weint und beteuert etwa 10 bis 15 Minuten lang, dass es Schmerzen in den Knien, Fussgelenken oder Armen habe. Diese Phase dauert etwa zwei Wochen. Dann ist für ein halbes Jahr wieder Ruhe mit dem „Kindertheater“.

Solche Wachstumsschmerzen sind immer eine Ausschlussdiagnose, d.h. es muss durch eine gründliche Untersuchung, evtl. sogar mit Röntgenaufnahme und Blutbild, abgeklärt werden, ob nicht eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt. Die Diagnose ist auch deshalb schwer zu stellen, weil die kleinen Patienten hinsichtlich der Schmerzstärke und des Schmerzortes nur selten sichere Angaben machen können. Erst wenn gar nichts gefunden wird, kann man davon ausgehen, dass die Schmerzen durch das Knochenwachstum hervorgerufen werden.

Die Ursache der Schmerzen beim Wachstum könnte die Dehnung der Sehnen und Bänder sein. Die Sehnen und Bänder wachsen nicht so schnell mit, wenn der Körper sich nachts streckt und bei einem Schub um 0,2 Millimeter wächst.

Als Therapie empfiehlt sich Wärme, zum Beispiel durch Massage, Moorsalben oder Infrarotbestrahlung. Wenn es besonders schlimm ist, können auch Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden. Ganz wichtig ist auch die Zuwendung der Eltern. Nehmen Sie die Beschwerden des Kindes ernst. Trösten Sie es und lesen Sie eventuell eine Geschichte vor oder singen Sie zusammen, denn Ablenkung verringert den Schmerz.

Typisch an den Wachstumsschmerzen ist:

  • Die Beschwerden treten nicht bei körperlicher Belastung, sondern nur in Ruhe auf. Häufig quälen sie abends und nachts nach ausgiebiger Bewegung tagsüber.
  • Sie betreffen hauptsächlich die langen Röhrenknochen (Unter- und/oder Oberschenkel), selten die Gelenke.
  • Sie treten nicht immer an derselben Stelle auf, sondern mal an der Wade, mal am Oberschenkel, mal links und mal rechts.
  • Weder Rötung noch Schwellung, Ausschlag oder Fieber treten dabei auf.
  • Es gibt keinen Dauerschmerz, sondern immer wieder völlig schmerzfreie Phasen.
  • Die Laboruntersuchungen bleiben negativ.

Stand: 09/08, BH

Quelle: Text und Foto mit freundlicher Genehmigung des DGK (Deutsches Grünes Kreuz, Marburg/D) 



 

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