swissmom_bei_facebook

swissmom_bei_twitter

Hilfe - der Kopf juckt!

Zum Beginn des Kindergartenjahres oder zum Schulanfang, aber auch nach den Ferien, vor allem im Sommer und im Herbst, tauchen sie immer wieder auf - die Läuse. Es gibt drei Lausarten, die den Menschen als Wirten benutzen: die Kopf-, die Kleider und die Filzlaus. Sie gehören mit der Krätzmilbe, der Haarbalgmilbe und den Bettwanzen zu den ständigen Hautparasiten des Menschen. Läuse können nur mit Menschenblut überleben, ohne den Mensch als Wirt sterben sie ab und können sich auch nicht vermehren. Sie sind streng artspezifisch, d.h. sie haben immer nur einen Wirt. Eine Katzenlaus lebt nur auf Katzen und die Menschenlaus wechselt höchstens von Mensch zu Mensch. In den Kopfhaaren findet man nur Kopfläuse, die Kleiderlaus findet man nur auf unbehaarten Stellen am Körper und auf Innenseiten von Kleidern, die Filzlaus bleibt in den Schamhaaren, den Achselhaaren, auf Wimpern und Augenbrauen.

Kopfläuse treten seit den 60er Jahren wieder vermehrt auf und oft epidemieartig in Schulen. Gründe dafür sind unbekannt. Läuse stellen heute kein Gesundheitsproblem dar, da durch Läuse übertragbare Krankheiten nicht mehr aufgetreten sind. Das Wohlbefinden jedoch leidet beträchtlich bei einem Lausbefall: Der Kopf juckt. Befallen werden oft Jugendliche und Kinder im Alter bis zu 20 Jahren.

Die Laus schreckt auch vor sauberen, gepflegten Kinderköpfen nicht zurück. Auch tägliches Haare waschen schützt nicht vor Läusen. Lange Haare bieten günstige Bedingungen für das Einnisten von Kopfläusen, aber die Haarlänge hat wenig Einfluss darauf, ob jemand mit Läusen angesteckt wird. Nur bei Haaren, die kürzer als 2 cm sind, können Läuse sich nirgends festhalten.

Lausbefall bekommen Kinder vor allem da, wo Gruppen zusammenkommen. Die Läuse werden durch direkten Kontakt von Kopf zu Kopf verbreitet. Auch nebeneinander hängende Kopfbedeckungen, gemeinsam benutzte Haarbürsten, Kämme, Spieltiere und Decken können eine Weiterverbreitung ermöglichen. Läuse springen nicht von den Bäumen, noch können sie von einem Haustier übertragen werden. Läuse sitzen nicht in der Spielecke des Kindergartens und warten bis die Kinder morgens endlich kommen. Sie verbringen ihr ganzes Leben im Kopfhaar.

Kopfläuse sind flügellose Insekten, die nur beim Menschen als Parasit vorkommen. Sie ernähren sich ausschliesslich von Blut. Sie sind ungefähr 3 mm lang und besitzen drei kräftige Beinpaare, die alle mit Klammern versehen sind. Läuse können einer 2000-fachen Zugkraft ihres Körpergewichtes standhalten. Ihr Körper ist äusserst stark gebaut. Kopfläuse lassen sich also nicht einfach zerdrücken, dazu muss man schon gezielte Druckkraft mit den Fingernägeln aufwenden, um eine Laus zu zerstören.

Hartnäckig sind die Eier der Läuse, die Nissen. Das sind längliche, ovale Eier, 0.8 mm lang und und mit einem Durchmesser von ca. 0.3 mm. Die Eier werden vom Weibchen mit einem stark haftenden, wasserunlöslichen Kitt am Kopfhaar festgemacht. Darum können Nissen mit einer einfachen Haarwäsche nicht entfernt werden. Die Eier werden meist in der Nähe des Kopfbodens abgelegt, ein Ei über dem anderen wie eine Perlenschnur. Oft kleben die Nissen auch am Haaransatz hinter den Ohren, bei den Schläfen und im Nacken. Dort juckt es dann auch am meisten. Nissen haften fest am Haar im Gegensatz zu Kopfschuppen und können nicht abgestreift werden. Die Nissen sehen anfangs weisslich glänzend aus, später gelblich bis braungelb. Ein Weibchen kann bis zu 300 Eier legen. Innerhalb von acht Tagen schlüpfen die Larven aus. In weiteren acht Tagen sind die Läuse geschlechtsreif und ein bis zwei Tage später legen sie die ersten Eier aus. Je wärmer und feuchter, desto schneller geht die Entwicklung voran.

Die Laus ist ein Parasit, d.h. sie lebt vom Menschen, ohne ihm aber einen Nutzen zu bringen. Sie ernährt sich alleine vom Menschenblut. Ohne Menschenblut überlebt eine Laus kaum länger als 48 Stunden. Etwa jede zweite Stunde saugt die Laus Blut, ungefähr 10 bis 30 Minuten lang. Von Zeit zu Zeit scheidet die Laus Fäkalien aus, diese können beim Wirt zu einer Sensibilisierung und zu allergischen Reaktionen führen. Die gerinnungshemmende Substanz im Speichel der Laus und die Fäkalien können Juckreiz verursachen. Durch Kratzen entstehen Infektionen und durch die allergische Reaktion kann es Ekzeme geben.

Tipps, wie Sie Läuse erkennen können und wie Sie die lästigen kleinen Tierchen wieder loswerden, finden Sie hier.

Stand: 02/07, AS



 

info [at] swissmom.ch

Inhalt urheberrechtlich geschützt © 2003 Swissmom. Alle Rechte vorbehalten.
Die in www.swissmom.ch enthaltenen Informationen stellen keinen Ersatz dar für die Untersuchung, Diagnosestellung oder Behandlung durch medizinisch ausgebildete Fachleute.

Bitte lesen Sie unsere Nutzungsbedingungen

copyright swissmom.ch 2009

Newsletter
Anthrazit Siegel