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Hat mein Kind eine Schweinegrippe?

Leichte Temperaturerhöhung und Erkältungssysmptome können zunächst mit einfachen Hausmitteln, evtl. Paracetamol, behandelt werden. Wirkt das Kind aber richtig krank und steigt das Fieber an, sollte ein Arzt telefonisch kontaktiert werden. Sie sollten sich mit dem Kind keinesfalls ohne Voranmeldung in die Praxis oder in die Notfallstation des Spitals begeben, da sonst die Gefahr besteht, dass im Wartezimmer andere Personen infiziert werden.

Ein Praxisbesuch und ein Grippe-Schnelltest sind nur angezeigt,

  • wenn das Kind schwere Krankheitssymptome hat; 
  • wenn das Kind ein erhöhtes Komplikationsrisiko hat; das sind Kinder mit chronischer Atemwegserkrankung, wie Asthma oder CF, kardiovaskulärer oder Stoffwechselkrankheit, Nierenerkrankung, angeborener oder erworbener Immunschwäche, Immunsuppression.
  • wenn ein weniger schwer krankes Kind mit Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko (s.o. und auch Schwangere) zusammenlebt.

Mit Hilfe eines Schnelltests (Rachenabstrich) kann innerhalb von 12 Stunden eine Diagnose gestellt werden.Falls es sich um eine Grippe bzw. Schweinegrippe (= neue Influenza) und nicht nur um eine harmlose Erkältung handelt, sollte die Behandlung so früh wie möglich, innerhalb von 36 bis maximal 48 Stunden, begonnen werden. Antivirale Medikamente, v.a. Tamiflu® oder Relenza®, sind dabei eine wichtige Massnahme, die über vier bis fünf Tage durchgeführt wird. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Bei Säuglingen im ersten Lebensjahr wird die Behandlung mit Tamiflu von Experten unter Abwägung der Nebenwirkungen (v.a. im Magen-Darm-Bereich) in schweren Fällen ebenfalls befürwortet (off-label use).

Kinder mit einer bestätigten Schweinegrippe (oder einer schweren saisonalen Grippe) sollten eine Woche lang konsequent zu Hause bleiben. Ob die häusliche Isolation auch für Geschwister eines kranken Kindes sinnvoll ist, wird in den Schweizer Kantonen noch sehr unterschiedlich beurteilt. Im familiären Umfeld lässt sich die Gefahr einer Ansteckung sowieso praktisch nicht vollständig vermeiden - dennoch sollten Vorsichtsmassnahmen (s.o.) eingehalten werden.

Stand: 10/09, BH

 



 

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