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Erste Hilfe für Ihr Kind – schnell und richtig handeln!

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Wundversorgung bei Stich-, Schnitt-, Kratz- und Schürfwunden:

Kleine Wunden: Sind oft harmlos, doch müssen sie gut gereinigt werden, damit eine schnelle Wundheilung eintreten kann. Infektionen können lebensbedrohlich werden und hinterlassen unschöne Narben.

  • Reinigung: Fremdkörper entfernen. Schmutz beseitigen, danach unter kaltem, fliessendem Trinkwasser (kein stehendes Brunnenwasser, besser Mineralwasser aus der Flasche) reinigen.
  • Desinfizieren, z.B. mit einem Spray (Merfen, Bepanthen).
  • Oberflächliche Schürfwunden offen abheilen lassen.
  • Tiefere Wunden abdecken, d.h. bis zur Abheilung mit einem wasserdichten, atmungsaktiven Pflaster schützen. Täglich wechseln, um frühzeitig Anzeichen einer Infektion zu erkennen.
  • Impfschutz überprüfen: Tetanus-Schutzimpfung überprüfen lassen.

Grosse Wunden: Gehören stets in ärztliche Obhut.

Prellung, Verstauchung, Knochenbruch:

  • Stellen Sie die verletzte Stelle ruhig. Dies vermeidet Schmerzen und weitere Schädigungen an Nervenfasern oder Blutgefässen. Bei kleineren Knochen, wie z.B. am Unterarm hilft ein Dreieckstuch, um den Arm in eine stabile Position zu bringen.
  • Ein offener Bruch sollte unbedingt steril abgedeckt und unverzüglich ärztlich versorgt werden.
  • Bei einem Verdacht auf Verletzungen an Kopf, Schulter, Brustkorb, Oberarm, Wirbelsäule, Becken oder Oberschenkel sollten Sie den Notarzt anrufen.
  • Verrenkungen sollten wie ein Knochenbruch behandelt werden. Stellen Sie den Körperteil ruhig und lassen Sie diesen nur durch einen Arzt wieder einrenken.
  • Eine Kühlung der betroffenen Stellen tut gut, Blutergüsse werden gehemmt und Schwellungen gehen schneller wieder zurück.
  • Weitere Infos zu Knochenbruch und Verstauchung.

Verbrennung:

  • Betroffenes Hautareal von Kleidung befreien, denn Stoff speichert Hitze. Bei sehr schweren Verbrennungen und wenn die Kleider verschmolzen sind und kleben, kann darauf verzichtet werden, um Zeit zu sparen.
  • Unter fliessendes Trinkwasser halten und während 15 Minuten kühlen. 15 - 20 °C Temperatur ist ideal; kälteres Wasser (oder Eiswürfel) führt zu zusätzlicher Hautschädigung.
  • Brandblasen nicht öffnen. Sie sind ein natürlicher Infektionsschutz.
  • Säubern und nicht klebenden sterilen Deckverband oder metallbedampftes Vlies anlegen. Keine fetthaltigen Salben oder „Hausmittel“ wie Mehl etc. anwenden.
  • Atmung des Kindes kontrollieren.
  • Je nach Schweregrad Arzt oder Sanität, Tel. 144, alarmieren. Schwere Verbrennungen, die mehr als 5 % der Körperoberfläche betreffen, müssen möglichst rasch in einer Spezialklinik behandelt werden.

Stromschlag:

  • Unterbrechen Sie den Stromkreis, in dem Sie den Stecker ziehen oder die Hauptsicherung herausnehmen.
  • Gelingt dies nicht unmittelbar, versuchen Sie das Kind mit einem nichtleitenden Gegenstand aus Holz, Gummi, Glas oder z.B. mit einem Ledergürtel an den Beinen von der Stromquelle wegziehen. Möglich ist es auch, mit einem Besenstiel oder einem Stuhlbein ein Kabel wegzuschlagen. Ist die Umgebung feucht (z.B. im Badezimmer), ist es wichtig, dass der Helfende keine Gegenstände berührt und isoliert steht, so beispielsweise auf einem Buch.
  • Je länger die Stromspannung einwirkt, desto grösser wird die Verletzung sein. Stromwunden sehen wie kleine Brandwunden aus, können im Innern des Körpers jedoch schwere Schädigungen hervorrufen. Ist das Herz betroffen, können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auch noch Stunden später auftreten. Innere Verbrennungen sind möglich, deshalb muss immer ein Notarzt gerufen werden.
  • Weitere Informationen zu Elektrounfällen

Insektenstiche:

  • Gegen den Juckreiz hilft ein kühlender Umschlag oder ein spezielles Gel. Aufkratzen sollte vermieden werden, weil sich dann Bakterien ansiedeln und eine Infektion entsteht.
  • Bienenstich: Mit einer Pinzette den Stachel entfernen, möglichst ohne die Giftblase auszudrücken, dann kühlen.
  • Wespenstich: Kühlen Sie die Einstichstelle sofort mit einem Eiswürfel, Kühlkissen oder kaltem Wasser. Ein Hausmittel: Reiben Sie eine angeschnittene Zwiebel eine Weile über die Einstichstelle.
  • Nach einem Stich im Kopf- und Halsbereich kann die Schwellung schlimmstenfalls zur lebensbedrohlichen Behinderung der Atmung führen. Rettungsdienst verständigen!
  • Wurde ein Insekt verschluckt, sollte der Oberkörper des Kindes hochgelagert werden. Ist das Kind bei Bewusstsein, kann es Eis lutschen, um die Schwellung zu reduzieren.
  • Ist die Haut ist mit Quaddeln oder Flecken übersät und zeigt das Kind eine Schockreaktion mit Fieber, Blutdruckabfall, Übelkeit, Schwindel und Atemnot, muss sofort ein Notarzt gerufen werden oder Sie müssen schnellstens ins nächste Spital fahren.
  • Entwickelt sich Stunden oder Tage nach dem Stich ein roter Strich von der Einstichstelle her, kann dies auf eine Entzündung oder Blutvergiftung hinweisen. Dann sollte ebenfalls zum Arzt gegangen werden.
  • Mehr Infos über Insektenstiche

Vergiftung:

  • Sofort nach Einnahme den Mund von Giftstoffen spülen.
  • Notruf zum Schweizerischen Tox-Zentrum Telefon: 145, www.toxi.ch. Wichtig bei der Meldung: Wer? Was? Wie viel? Wann?

Verschlucken:

  • Kopf vornüber halten und aushusten lassen. Säuglinge an den Beinen hochhalten oder kopfüber über das Knie legen.
  • Kräftig auf den Rücken zwischen die Schulterblätter klopfen oder das Kind schütteln. 
  • Eventuell Kind von hinten umfassen und auf den Oberbauch drücken, um das Aushusten des Fremdkörpers zu unterstützen (Heimlich-Handgriff)
  • Bei bleibendem Husten (auch wenn ein Gegenstand abgehustet wurde) unbedingt den Arzt aufsuchen! Im Notfall muss ein Kind dann in Vollnarkose untersucht und der Gegenstand entfernt werden.
  • Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, mit dem Finger einen noch sichtbaren Fremdkörper aus dem Mund zu entfernen. Auf diese Weise schieben Sie ihn nur noch weiter hinein.
  • Mehr Infos zum Verschlucken.

Verätzung:

  • Während 10, bei Augenverätzungen 15 Minuten unter kaltem fliessendem Trinkwasser ab- und ausspülen.

Blutung:

Äussere Blutung:

  • Handschuhe zum Eigenschutz tragen, Kontakt mit Körperflüssigkeiten vermeiden.
  • Patient flach lagern, verletzte Körperteile hochhalten, bei starker Blutung Fingerdruck auf Schlagader.
  • Wunde reinigen, Druckverband anlegen, evtl. zweiten darüber, Hochlagern und Ruhigstellen des verletzten Körperteils. Im schlimmsten Fall Finger- oder Faustdruck direkt in die Wunde.

Nasenbluten:

  • Mit den Fingern die Nasenflügel für einige Minuten zusammendrücken.
  • Dabei das Gesicht nach unten halten, damit das Blut nicht nach hinten in den Rachen und durch die Speiseröhre in den Magen laufen kann. Das vermeidet Übelkeit und Erbrechen.
  • Ein kaltes Tuch oder ein Cool-Pack im Nacken bringt die Blutung schnell zum Stillstand. Falls das nach 10 bis 15 Minuten nicht der Fall ist, muss das Kind umgehend Arzt gebracht werden. Leidet es häufig unter Nasenbluten, muss die Ursache abgeklärt werden.

Innere Blutung:

  • Immer sehr gefährlich in der Bauch-, Brust- und Schädelhöhle und im Oberschenkel. Meist nur erkennbar an Kreislaufschockzustand.
  • Patienten schnellstmöglich durch die Sanität ins Spital transportieren lassen.

Notfallnummern in der Schweiz:                                                                
117 - Polizei
118 - Feuerwehr
144 - Sanität 
145 - Schweiz. Tox-Zentrum, STIZ
1414 - Rega
 
Unser Buchtipp Erste Hilfe für Ihr Kind. So reagieren Sie im
                               Notfall richtig  
                               Dorling und Kindersley 2007

 
Stand: 08/11, AS



 

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