Um rasch wieder die frühere Figur zu erreichen, halten viele junge Mütter Diät. Aber Vorsicht: Machen Sie dabei keine Kompromisse beim Nährwert: Ernähren Sie sich weiterhin so ausgewogen, wie Sie es sich während der Schwangerschaft angewöhnt haben. Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Milchprodukte, mageres Fleisch oder Fisch gehören auf den Speiseplan. Besonders wenn Sie Ihr Baby stillen, ist es wichtig, dass genügend Nährstoffe zugeführt werden, damit Ihr Körper für die Produktion der Muttermilch nicht auf wichtige Reserven zugreifen muss.
Der Energiebedarf ist noch höher als in den letzten Schwangerschaftsmonaten. Im Durchschnitt produziert eine stillende Frau 8 dl Milch pro Tag. Ein Teil der benötigten Energie wird aus den während der Schwangerschaft angelegten Fettreserven mobilisiert. Die restlichen ca. 530 bis 650 Kalorien (kcal), müssen mit der Ernährung zugeführt werden. Der zusätzliche Kalorienbedarf entspricht einem Stück Brot mit einem Glas Milch und einer Frucht oder einem Stück Brot mit etwas Käse und einer Frucht. Mit dem Stillen schmelzen die während der Schwangerschaft zugenommenen Kilos meistens von alleine. Ist dies jedoch nicht der Fall, sollten Sie eine Gewichtsreduktion mit Hilfe einer Diät erst nach der Stillzeit in Angriff nehmen.
Der Kalziumbedarf ist nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch noch während der Stillzeit erhöht. Durch den Verzehr von drei bis vier Portionen Milch oder Milchprodukten pro Tag (1 Portion = 2 dl Milch, 1 Jogurt, 30 g Käse usw.) können Sie Ihrem Kind Kalzium zur Verfügung stellen, ohne an Ihren eigenen Reserven (Knochen) zu zehren.
Während der Stillzeit brauchen Sie auch erheblich mehr Flüssigkeit, damit das mit der Muttermilch abgegebene Wasser muss ersetzt wird. Wenn Sie Ihr Kind stillen, sollten Sie täglich 2.5 bis 3 Liter trinken, am besten Trinkwasser, Mineralwasser, verdünnte Frucht- oder Gemüsesäfte sowie ungezuckerter Früchte- und Kräutertee.
Und was ist mit den Lebensmitteln, die während der Schwangerschaft mehr oder weniger „verboten“ waren? Eigentlich dürfen Sie nun das meiste wieder geniessen. Trotzdem ist es sinnvoll, mit einigen Nahrungsmitteln zurückhaltend zu sein, wenn Sie Ihr Baby stillen. Um den sensiblen Organismus Ihres Babys nicht zu überreizen und es damit nicht am Schlafen zu hindern, sollten Sie koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Tee nur mit Mass zu sich nehmen. Auf Alkohol sollten Sie wenn möglich ganz verzichten, denn Alkohol geht ebenfalls in die Muttermilch über. schon ein Glas Bier kann in einem Zeitraum von drei Stunden die Menge und Qualität der Milch beeinflussen.
Wenn die Mutter raucht, nimmt der Säugling über die Muttermilch Nikotin und sonstige Giftstoffe (z.B. Schwermetalle) auf. Nikotin kann Koliken und sogar Erbrechen auslösen. Daher sollte während der Stillzeit unbedingt auf das Rauchen verzichtet werden. Ausserdem soll darauf geachtet werden, dass der Säugling auch nicht passiv rauchen muss, denn Zigarettenrauch ist ein anerkannter Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod.
Je nachdem was man isst, gehen verschiedene Stoffe in die Muttermilch über. Dadurch entsteht der spezifische Eigengeschmack Ihrer Milch, der sich entsprechend Ihrer Nahrungsmittelauswahl ändert. So kann Ihr Kind schon die vielfältigen Geschmacksrichtungen Ihrer Familienkost kennen lernen. Es gibt keinen Grund, irgendwelche geschmacksrelevanten Lebensmittel zu vermeiden, ausser wenn Ihr Kind dann das Trinken verweigert.
Bestimmte Nahrungsmittel wie Kohl, Lauch, Zwiebeln, Hülsenfrüchte oder einzelne Obstsorten haben den Ruf, Koliken (Blähungen, Durchfall) zu verursachen. Es konnte jedoch nie wissenschaftlich erwiesen werden, dass diese von der Mutter gegessenen Lebensmittel beim Säugling tatsächlich zu Bauchschmerzen führen. Koliken können auf zahlreichen Ursachen beruhen, die nicht zwangsläufig mit der Ernährung in Verbindung stehen müssen. Eine stillende Frau soll sich vielseitig ernähren und daher grundsätzlich alles essen. Achten Sie auf die Reaktionen ihres Kindes. Wenn bestimmte Lebensmittel oder Gerichte die Verdauung Ihres Babys durcheinander bringen, sollten Sie diese nur noch in geringen Mengen bzw. gar nicht mehr essen.
Beachten Sie bitte auch zu diesem Thema unser Experten-Interview mit Ruth Ellenberger.
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