In den ersten Tagen nach der Geburt ist es recht normal, keinen Stuhlgang zu haben, da der Darm wahrscheinlich zu Beginn der Wehen oder während der Entbindung entleert wurde und Sie längere Zeit keine feste Nahrung zu sich genommen haben. Es gibt aber auch noch andere Gründe, warum Wöchnerinnen nach der Geburt unter Verstopfung leiden: Ganz ähnlich wie zu Beginn der Schwangerschaft sorgt die Hormonumstellung für einen veränderten Muskeltonus im Unterleib, was wiederum die Verdauung und den Stuhlgang beeinflussen können. Manche Frauen leiden auch unter Verstopfung, weil sie ihren Stuhlgang nach der Geburt aus Angst vor Schmerzen zurückzuhalten versuchen.
Wenn Sie bereits ein paar Tage lang keine Darmentleerung hatten, sollten Sie etwas gegen die Verstopfung tun – versuchen Sie jedoch nicht, den Stuhlgang zu erzwingen. Hämorrhoiden treten nach einer Geburt recht häufig auf und werden durch starkes Pressen nur noch verschlimmert.
Wenn Sie reichlich Wasser trinken, sich regelmässig bewegen, eine ballaststoffreiche Ernährung und natürliche Abführmittel wie Weizenkleie, Leinsamen oder eingeweichte Backpflaumen mit viel Flüssigkeit zu sich nehmen, wird das sicher Ihre Verdauung ausreichend anregen und die Verstopfung beheben. Die Rückbildungsübungen nach der Geburt haben übrigens denselben Effekt, weil eine starke Beckenbodenmuskulatur den Verdauungstrakt gezielt stimuliert. Wenn alles dies nicht hilft, kann Ihnen ein Abführmittel verschrieben werden, das auch stillende Mütter nehmen dürfen.
Stand: 02/09, BH
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